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Tamerson


@ 4 Sterne_und_Sonne_und_Mond

Beschwingt und von einer Fröhlichkeit erfüllt, die fast schon unanständig zu nennen war, verließ er seine Behausung. Die Vögel zwitscherten. Die Luft duftete nach Veilchen, Rosen, grünen Bäumen und – er konnte es gar nicht beschreiben - es war so wunderbar. Höchste Glückseligkeit war noch ein Hilfsausdruck, für den Zustand, der in ihm innewohnte. Ihn suchte zwar ein düsterer Traum heim, der seine kalten Schwingen über ihn zu breiten drohte, im hinteresten seines Gehirnes hielten sich noch Reste von ihm gefangen, aber eine gewisse erotische Komponente war in ihm doch auszumachen gewesen. Ja, so düster das Leben auch sein konnte: Malagu wollte er niemals vergessen.

Aber was sollten denn diese trüben Gedanken. Düsternis, Dunkelheit, Hoffnungslosigkeit, Schmerz, diese Worte kannte er nur aus dem Lexikon, als abstrakte Begriffe, für die es sich zwar nicht zu sterben lohnte, dieses aber des öfteren herbeiführten. Das erzählten zumindest die Romane, die die Schreibcomputer für die Lesehungrigen des Landes produzierten.

Ach was, dieser heutige Tag, war nicht dazu geboren worden, um sich in Depressionen zu verfangen, die einen in die ganz persönliche Hölle stürzten. Warum auch? Er wollte nur durch die Straßen wandeln, in den Schaufenstern die verschiedensten verlockenden Produkte anschauen, die da feil geboten wurden und dann doch nicht zuzugreifen, weil ja sowieso alles gratis war. Zielstrebig verfolgte er sein Ziel, das er sich für heute gesetzt hatte.

In der Ferne sah er Schuttles starten und landen, die einen regen Verkehr zwischen den Planeten zwar nicht eingerichtet hatten, denn das hatte schon LEDA perfekt organisiert, aber dafür durchführten – und das war auch nicht gerade von Unwichtigkeit. Denn genau dorthin wollte er. Gemeinsam mit Malagu hatte er eine Rundreise quer durch das Sonnensystem gebucht. Ja, hier auf der Erde war es ihnen manchmal doch schon ein wenig zu langweilig. Immer nur im Wald herumtollen, auf der grünen Wiese liegen, den Rehen beim grasen zuzusehen, Früchte von den Bäumen zu naschen, das alles wurde mit der Zeit langweilig. Und weil es nicht nur ihm so ging, hatte LEDA unter anderem diese Attraktion ins Leben gerufen.

So schritt er eben, weil er eben nichts anderes zu tun hatte, forsch durch die rings um ihn herum herrschende Idylle und kam schließlich zur Ankunfts- und Abfahrtshalle. Malagu war noch nicht da. Aber sie würde sicher bald kommen. Vielleicht hätte er doch nicht eine halbe Stunde vor der vereinbarten Zeit hier auftauchen sollen. So fand er wenigstens noch Zeit, obwohl er sie nicht gesucht hatte, sich ein wenig umzuschauen.

Denn eigentlich bot sich ihm hier alles als ziemlich langweilig konzipiert dar. Kahle Titanflächen auf denen die Raketen starteten und landeten. Dazwischen Versuche, Grünstreifen anzusiedeln, was aber nicht wirklich gelang, angesichts der Hitzeentwicklung, die diese Weltraumgefährte beim Starten und Landen erzeugten. Nur deshalb hatte man sich wohl auch entschlossen, keine echten Rehe, Hasen und Fasane sich hier tummeln zu lassen, sondern hatte nur, zugegeben, gut gemachte, bewegliche Attrappen von diesen Tieren aufgebaut, die ihre grasenden Artgenossen nachahmten. Hie und da ragten auch noch kleine Gebäude auf, in denen die Elektronik untergebracht worden war, die alles hier steuerte und das fast ohne Zwischenfälle. Einmal, damals vor ca. zwei Jahren ging schon einmal etwas schief. LEDA hatte das niemals für möglich gehalten. Eigentlich plante das überhaupt keiner in seine für auch nur entferntest möglich gehaltenen Dinge ein. Der Vorfall wurde vertuscht, was aber nicht weiter schwer war, weil es sowieso damals wie heute keine freien Zeitungen gab. Ein künstliches, grasendes Reh fiel um. Einfach so. Kurzschluß.

Da sah er sie. Sie winkte ihm von der Ferne her zu und kam schnell näher. Malagu. Sie lächelte ihn an und er konnte es nur erwidern. Ihr langes braunes Haar fiel sanft ihren Rücken hinunter und bildete mit seiner Glatze einen Kontrast, der – eigentlich keinen Sinn ergab. Aber wie dem auch war. Sie umarmten sich, küßten sich und mußten sich dann aber wieder voneinander lösen, weil sie schließlich den Start ihrer Rakete nicht versäumen wollten.

Beide gingen zum Drehkreuz, schoben Ihre Identifikationskarten in den Schlitz, Schritten durch die Absperrung und nahmen auf der anderen Seite ihre Karte wieder in Empfang. Der Betrag dieses Abenteuers wurde Ihnen somit automatisch von ihrem Vergnügungsguthaben abgebucht, das jeder Bürger automatisch monatlich zugesprochen bekam. So wollte man erreichen, daß die diversen Lustbarkeiten gleichmäßig verteilt wurden. Die Gutschrift wurde ihnen monatlich per Funk zugwiesen. Außerdem wurde natürlich überprüft, ob nichts Widerrechtliches gegen Sie vorlag. Wobei aber keiner annahm, daß dieser Umstand einmal eintreten konnte, weil es den Menschen inzwischen an Fantasie für verbotene Dinge fehlte. Auch wurde gechecked, ob alle Gesundheitswerte in Ordnung waren.

Zu den morgendlichen Aufgaben zählte es für jeden Bewohner des Landes, daß man sich einer ganzkörperlichen Untersuchung unterzog. Man stellte sich auf eine Art Waage, die natürlich für die Eruierung des Körpergewichtes verantwortlich war. Gleichzeitig wurde man elektronisch abgetastet und somit der zulässige Anteil des Körperfettes überprüft. Ein Check nach Krebszellen, verengten Blutgefäßen, beeinträchtigten Organen etc. wurde natürlich auch automatisch durchgeführt. Zu guter letzt mußte man noch die Hand in eine Öffnung einführen, in der dieselbe nach einer geeignete Blutabnahmestelle abgesucht wurde und den Vorgang dann auch sogleich durchführte. Die so gesammelten Werte wurden anschließend auf der Identifikationskarte abgespeichert, damit man sie im Bedarfsfalle immer bereit hatte. Wie dem auch war, heute war mit den beiden alles in Ordnung und so schlenderten Sie einen Korridor entlang, eigentlich ein grauer Schlauch, der zur Rakete hinführte. Obwohl ihnen natürlich schon ein wenig mulmig zu Mute war, stiegen sie ein. Besondere Kleidung oder ein Helm waren nicht notwendig. Die Technik hatte schon geeignete Lösungen für die auftretende Schwerelosigkeit oder sonstiger Probleme gefunden, die es im Weltall geben könnte.

4, 3, 2, 1 – zero ... Der mit Laser- und konventionellen Waffen bestückte Raumgleiter hob mit lautem Getöse ab. Ein leichtes Zittern durchfuhr in Wellen das Shuttle bis es sich von der Erdanziehungskraft zwar noch nicht ganz befreit hatte, sich aber ihre Fängen langsam von ihm lösten, sodaß es kontinuierlich an Geschwindigkeit zulegen konnte und bereit war, die ca. 120 Reisegäste, die sich in den einzelnen Fahrgastzellen, die alle an der Innenseite der Außenhaut – die aus feuerfestem, bruchsicherem Glas bestand – des Raumschiffes befanden, in die unendlichen aber doch begrenzten Weiten des Weltraums hinauszukatapultieren.

Der kahle Raum, in dem sie sich jetzt aufhielten, war für zwei Personen ausgelegt. Aber doch in einer Dimension, sodaß sie sich, wenn sie nicht zu große Ansprüche stellten, ein wenig darin bewegen konnten. Es war der erste Ausflug dieser Art für die beiden und so waren sie zuerst fasziniert, welch großartiges Schauspiel ihnen da geboten wurde.

Als sie die Lufthülle der Erde und somit jede Einschränkung der Sicht völlig hinter sich gelassen hatten, wurden ihnen alle Geheimnisse des Weltraumes zwar nicht vollständig offenbahrt, aber die imaginäre Tür in die Unendlichkeit wurde zumindest einen Spaltbreit geöffnet. So konnten sie glasklar die zahlreichen Sterne sehen, die hier mit einer kalten Identsität leuchteten, die einem Schauer über den Rücken laufen ließen, obwohl alle Fahrgasträume gut geheizt waren. Man nutzte dazu die Abwärme der Photonentriebwerke, die ein zehntel der Lichtgeschwindigkeit zuließen und da hatte man wirklich keinen Energiemangel.

Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah? Denn sie brauchten gar nicht so lange zu warten, da kamen sie am Mars vorbei. Er leuchtete ihnen noch immer rotfarben entgegen. Das Terraforming war schon ziemlich weit fortgeschritten. Aber nicht, um den Menschen einen ständigen Aufenthalt und eine neue Heimat hier bieten zu können – diesen Vorsatz hatten sie noch im 20. Jahrhundert, stellte sich dann aber doch als zu aufwendig heraus – sondern einen exklusiven Urlaubsort. Eine relativ kleine Zahl an sich erholenden Menschen stand eine immense Menge an Robotern gegenüber, die ein menschenmögliches Leben auf diesem Planeten schufen. Doch schon mußten sie wieder weiter. Sie besuchten noch die unmittelbare Umgebung von Jupiter und Saturn, wobei sie scheinbar waghalsig durch die Gesteins- und Eisbrocken der Ringe flogen. Das war aber nicht wirklich gefährlich, weil der Zentralcomputer alles unter Kontrolle hatte und nur die schwächeren Nerven von einigen Fahrgästen etwas herausgefordert werden sollten. Als sie schließlich Uranus und Neptun erreichten wurde ihnen schon ein wenig fad. Im Grunde bot sich doch immer das gleiche Bild. Sterne, die kalt leuchtend am Himmel standen und sich doch bewegten und dazwischen meist gähnende Schwärze. Außerdem, so aufregend waren die meisten Planeten dieses Sonnensystems dann auch wieder nicht. Ein wenig Geduld mußten sie sich noch in Geduld üben, denn in der Nähe des Plutos wartete ein Höhepunkt auf die Beiden. Doch noch war es nicht soweit. „Schau, Tamerson. Dort drüben – eine Supernova. Steil. So was bekommt man normalerweise nicht zu sehen.“

„Da hast Du recht. Beeindruckend. Aber was ist schon normal, Malagu.“

„Jetzt hör schon auf. Mußt Du immer alles gleich von der philosophischen Seite her sehen. Kannst Du nicht einen kleinen Moment entspannen und einfach die Wunder dieses Weltalles genießen, hinter denen doch eine Gesetzmäßigkeit steckt, die alles in geordnete Bahnen ablaufen läßt. Eben eine revolutionäre Evolution.“

„Ja sicher.“

„Ja sicher. Sicher. Was sollen Deine Zweifel in Deiner Stimme, Tamerson. Genieß es einfach, daß wir hier durchs Weltall düsen. Wann können wir uns so eine Reise jemals wieder leisten. So oft bekommt man diese Gelegenheit nicht. Die Eintragungslisten sind lang und LEDA schäumt sicher nicht aus Liebe zu uns über, sodaß er uns aus freien Stücken, einfach so, wieder eine Reise dieser Art zukommen läßt.“

„Malagu, beruhige Dich bitte. Du weißt, daß ich nur Dich alleine wirklich gerne habe, auch wenn es kitschig und ungewöhnlich klingen mag und mir ist es egal, ob wir zu Hause in einem unserer Zimmer sind, ob wir im Wald spazieren gehen oder im Weltall herumdüsen. Ich will nur Dich.“

„Dann beweise es mir. Hier und jetzt. Zeig' mir, daß Dir alles rundherum egal ist. Zeig mir, daß Du jedes Denken an die restliche Welt, an die uns führenden Roboter, an das sterile vorgegebene Leben ohne Arbeit vergessen kannst. Beweis mir, daß es Dir nichts ausmacht, daß Du keine Eltern hast, sondern einem Reagenzglas entsprungen bist, in dem jeweils eine perfekte Samen- und Eizelle zusammengeführt wurden, und Du dann in einer Nährflüssigkeit, die in einem Glasbottich gefangen war, zu dem heranwuchst, was die Grundlage Deines Seins darstellen sollte.“

Das ließ sich Tamerson nicht zweimal sagen.

Er wollte ihr beweisen, daß er nicht nur eine Summe von streng organisierten, durch unsichtbare Kräfte zusammengehaltenen Moleküle war. Es konnte nicht als eigentlicher Lebenssinn betrachtet werden, bloß vorgegebenen Wegen zu folgen, breite Trampelpfade des Daseins zu durchwandeln, um schließlich zu erkennen, daß an seinem Ende nur ein tiefer, unendlicher Abgrund aufklaffte, in dem alle wie die Lemminge hineinzustürzen drohten und es dann auch taten. Nein.

Er nahm sie bei der Hand, blickte in ihre braunen Augen und verharrte für wenige Sekunden – bis er beschloß, sie wieder loszulassen und ihr nicht in animalischer Wildheit, aber doch bestimmend unter Einsatz seiner beiden Hände den leichten Pullover über den Kopf zu ziehen. Das Raumschiff zitterte leicht.

Hatten die beiden nur das eine im Sinn? Gab es keine andere Erfüllung mehr in dieser Welt? Denn sie machte es ihm nach, sodaß die weiteren Schritte zwar nicht Routine waren, aber doch eine gewisse bereits erlangte Fertigkeit zeigten. Sie umfaßte seine Schultern, zog ihn sanft an sich und nahm ihn mit ihren Lippen gefangen. Ihre langen, braunen Haare fielen verspielt an seiner Brust hinunter. Während sein Herz schneller zu schlagen begann, suchten seine Hände jede Hautstelle ihres Rückens ab – bis sie fanden was sie suchten. Leise machte es Klick und das Assecoir fiel raschelnd auf den dunkelgrünen Kunststoffboden. Sein Mund löste sich von ihrem und wanderte langsam ihren Hals hinunter, machte aber auch da nicht halt, sondern bewies auch den darunterliegenden Körperstellen seine Referenz. Er hatte zwar nicht vergessen, wie schön sie war, aber als er sich kurz von ihr löste und sie betrachtete, wußte er, daß es für ihn nichts Herrlicheres geben konnte. Während er sie so betrachtete, sein Blick glitt über sie hinweg, wurde ihm gleichzeitig heiß und kalt. Nicht nur er hatte erkannt: Gott war eine Frau.

Ein weiteres Zittern ging durch den fliegenden, von Roboterhand produzierten Himmelsbesucher. Die Schlacht hatte begonnen. Links und rechts zischten grelle Blitze vorbei, die von einem, weil von der schalldichten Glasscheibe absorbierten, lautlosen Donnern begleitet wurden. Die Show war in vollem Gange und mußte weitergehen. Hierbei handelte es sich eigentlich um die Hauptattraktion des Fluges. Ein simulierter Weltraumangriff mit scharfer Munition, damit die Vorführung echter wirkte. Die Piloten waren angewiesen, sich aggressiv zu bekämpfen, aber meistens aneinander vorbeizuschießen, wilde Ausweichmanöver zu vollführen, einen wahren Achterbahntanz im luftleeren Raum zu zelebrieren und sich nur ab und zu von kleineren Treffern erwischen zu lassen, damit die Außenhaut des Raumschiffes leicht angekratzt werden konnte, aber für die Reisegäste kaum Gefahr bestand. Es kam wirklich selten vor, daß ein Flugkörper dem anderen eine volle Breitseite verpaßte und der so getroffene nicht wie ein Stein vom Himmel auf die Erde fiel dafür aber für immer unkontrollierbar ins Weltall trudelte. Meistens blieb es bei diesem harmlosen Schlagabtausch, der für die passiven Teilnehmer des Ausfluges als Weltraumabenteuer definiert wurde und ihnen eventuell wieder echte Angst lehren sollte und das Vertrauen in die künstliche Intelligenz, die sie dann aus dem intergalaktischen Schlamassel wieder befreite, stärken sollte. Man könnte sozusagen auch behaupten, es war auch ein psychologischer Hintergrund hinter diesen Freizeitvergnügungen versteckt, der aber von den meisten nicht bemerkt wurde.

Aber von alledem bekamen die beiden nichts mit. So sehr waren sie miteinander beschäftigt. Sein Blick setzte seine Reise fort. Bei ihren zarten Rundungen blieb er hängen. Sie fesselten für Augenblicke seine Blicke mit imaginären Ketten. Der kahle, in einem dunklen Grün gehaltene, kleine Raum war mit Absicht spartanisch ausgestattet. Nichts sollte den Reisenden von den Schönheiten, die das Weltall zu bieten hatte, ablenken. Die Tür durch die sie hereingekommen waren, war nur durch ein schmales, mit feinen Linien gezeichnetes Rechteck, welches die Wand zur inneren Seite des Raumgleiters zierte, erkennbar. Daneben noch ein kleiner Druckknopf. Sonst nichts. Alles andere war grün in grün.

Dieser Umstand bewirkte in Tamerson aber eine noch größere Erregung, denn so wirkte Malagu wie ein Engel auf ihn. Ein Engel aus Fleisch und Blut. Mit Brüsten die ihm spöttisch entgegenlachten und sagten, trau dich doch, aber von solcher Vollkommenheit waren, daß er beinahe verzagte.

Ein Zittern ging wieder einmal durch den Raum. Scheinbar wurden sie leicht getroffen. Für kurze Zeit erhellte sich auch der Weltraum rings um die Beiden.

Tamerson schien wie versteinert und zitterte doch. Malagu nützte die Gelegenheit und beraubte ihn rasch seiner restlichen Kleider und bewies ihm, daß sie seinen Begehrlichkeiten um nichts nachstand. Und während auch sie ihn mit ihren Lippen liebkoste und ihre Finger überall und nirgends über seinen Körper strichen, erwachte wieder Leben in ihm und seine Hände fanden den Klettverschluß ihres Kleides, sodaß dieses ebenfalls zu Boden fiel und er ihr mit seinen Zähnen, sanft aber bestimmt, nach unten bewegend, das letzte Kleidungsstück raubte.

Draußen tobte eine wilde Schlacht. Erstmals hatte man sich entschlossen, vier Raumgleiter in den Kampf miteinzubeziehen, aber nicht alle konzentrierten sich auf dieses Spektakel. Aufgrund der allgemeinen Hektik fanden die Piloten, die links und rechts immer wieder vorbeihuschten, nicht die Zeit, ihre Blicke durch das eine Panoramafenster zu werfen, in dem sich die beiden Nackten jetzt mit einer Leidenschaft und aufbäumenden Körpern liebten, die man nur in größter Verzweiflung und als Rettungsanker für ein entgleitendes Bewußtsein, welches man auf keinen Fall aufgeben wollte, finden konnte.

Und während eines der Raumschiffe wirklich ernsthaft getroffen in die unendlichen Weiten des Weltraumes hinaustrudelte und wohl nicht mehr eingefangen werden würde und somit hunderte von Menschen den Tod fanden, schrien die beiden in höchster Ekstase, in Erfüllung ihrer intimsten Träume, aber doch mit einem gewissen Schmerz ins Gesicht gezeichnet, auf und Tamerson wußte instinktiv, daß es noch Hoffnung geben mußte auf dieser Welt.

Die Schlacht war vorüber, der Rummel vorbei und die drei verbliebenen Raumgleiter machten sich auf, wieder in den Einflußbereich der Erde zurückzukehren.

Am späten Abend landeten sie wieder auf sicherem Erdboden und sie verließen das Raumschiff. Während die Knie noch etwas weich waren gaben sich die Beiden für den heutigen Tag einen letzten Kuß und als sie sich gerade trennen wollten, fragte Malagu: „Und wann retten wir die Welt? Was meinst Du, Tamerson. Morgen, Donnerstag?“

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