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Tamerson


@3 Pflanzenwelt_und_Meer

11 Uhr 43. Beide gingen sie schweigend den asphaltierten Weg entlang, als wenn sie nie etwas anderes gemacht hätten. In der Ferne hörten sie leises Stampfen, welches nicht von den Fabriken stammte, sondern von Maschinen, die eigens dafür geschaffen wurden, dieses Geräusch zu erzeugen. Wenn man nämlich immer nur ein gleichmäßiges 'Bumm, bumm, bumm' hört, dann fällt man in eine Art Trance, in eine Lethargie, die einem das Denken abgewöhnen soll, falls einer trotz der anderen aufwendigen Vorsichtsmaßnahmen auf diese unnötige Idee kommen sollte. Dieser Meinung war zumindest LEDA und hatte gar nicht so unrecht damit. Denn für gewöhnlich bewegten sich die Menschen hier im Gleichklang mit diesem Geräusch und machten sich weder Sorgen um Gott noch die Welt, sondern gingen einfach ihren ihnen aufgetragenen Tätigkeiten nach, ohne jemals irgendetwas zu hinterfragen. Aber Malagu und Tamerson hörten nicht darauf. Da sie in Gedanken so sehr mit sich und mit ihren Plänen beschäftigt waren, schafften sie es, dieses monotone Geräusch in ihrem Kopf einfach wegzuschalten.

Und doch. Als sie sich wieder getrennt hatten, schlenderte Tamerson die Straße entlang. Er fiel ein in den Trott, der hier alles zu beherrschen schien und es auch tat. Gleichmäßig setzte er Fuß vor Fuß. Bumm, bumm, bumm. Walking in a colemine, going down, down, down. Er wußte nicht warum ihm diese Textzeile eines Oldies aus dem 20. Jahrhundert jetzt in den Sinn kam. Aber wie dem auch war. Es mußte etwas geschehen und es würde etwas geschehen. Und wenn es nur die Beendigung der Herrschaft der Computer und Maschinen sein sollte. - ...

... War der Film gerissen? War Tamerson aufgewacht? Ja, so konnte man den beginnenden Zustand seines Bewußtseins wohl nennen, der jetzt besitz von ihm zu nehmen wagte. War das alles nur ein böser Traum gewesen? Alles um ihn herum hatte sich verändert. Oder eigentlich nicht, denn es war ja immer so. Er lag in seiner Schlafröhre. Sein Herz klopfte wie wild. Er nahm einen tiefen Atemzug. Ein Alptraum, der nur langsam von ihm zu weichen schien. Oder doch ein Stückchen Wahrheit? Dann entschloß er sich aufzustehen. Auch an einem Mittwoch wie diesem war das notwendig. Weit brauchte er sich nicht zu bewegen, denn er hievte bloß seine Füße aus seiner Schlafstatt und wartete. Da kam er schon, sein Dienstroboter, der ihn eine Decke über seine Beine legte, damit Tamerson nicht frieren mußte. Dann rollte der Androide ein Tischchen heran, auf dem sich manigfaltige Frühstücksköstlichkeiten übereinandertürmten. Kaffe, Milch, Semmeln, Butter, Marmelade, Wurst und so weiter. Was konnte er sich Schöneres wünschen? - Diese Lebensmittel mit Genuß zu sich zu nehmen, was er dann auch tat.

Ja, die Menschheit hatte einen wirklichen Schritt nach vorne gemacht. Tamerson war sich da ganz sicher. Keinen Finger brauchte man mehr zu rühren, um sein Leben fristen zu können. Denn die lästigen, anstrengenden Arbeiten wurden schon längst von Robotern vollführt. Ja, die Erfinder des letzten Jahrhunderts hatten Hervorragendes geleistet. Das Paradies auf Erden war eingekehrt.

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