Lucy in the Sky with Diamonds
(Psychedelischer Drogentrip + Gratisabfahrt in die Hölle.... Beat
Literatur im Geiste Burroughs)
Um Mitternacht fanden sie mich in meinem kleinen Schlafzimmer im dritten Stock, wie ich die Decke
mit Eigelb verschmierte. Ich stand vor ihnen und zeigte meinen Körper und zermatschte die Decke,
und sie sagten alle nichts. Sahen nur zu, diese notgeilen lieblosen Säcke, drei an der Zahl. Die
blonden Arier hatten alle vergilbte verpestete Haut, lagen im sterben. Ich gab ihnen noch einen
Monat zu leben, aber dann wird’s aus sein mit euch. Mit euch allen, alles fängt an zu sterben.
Vermodert verwest und versickert, ist doch alles das gleiche. Die Decke ist matschig und gelb. Wie
eine Eiterblase aufgeschwollen, eine Eiterblase, hochschwanger. Und der Gestank erst, der ganze
Boden ist überschwemmt von meinen Säften, ein reiner Ekel samt dieser ganzen Welt. Kommen Sie
bitte runter vom Bett, sagt einer von ihnen. Drei in weiß gekleidete Sanitäter sind’s wahrscheinlich,
Drogendealer, warten nur bis ich runterkomme, damit sie mich wieder kriegen können. Warten alle
darauf, aber ich tue nichts, stehe mit dem Hinterteil zu ihnen und zermatsche die Decke. Was tun
Sie da? Ich verprügele den schwangeren Bauch. Das wird noch zu einer Fehlgeburt führen, mein
Gott! Aus ihm wird ein Freak, ein zurückgebliebenes Traumwesen! Und er wird Gerold heißen und
nur ein Auge haben und anders sehen. Nun hören Sie doch auf und lassen Sie sich helfen! Sonst?
Sonst hol ich persönlich das Eigelb von der Decke und es wird zu verrotten anfangen. Mörder, billige
Auftragskiller. Ich stehe auf meinem Bett in meinem Schlafzimmer, und die drei sehen mich immer
noch an. Ich springe runter vom Bett, und gehe in die Küche. Nehme mir eine Schachtel Eier aus
dem blauen Kühlschrank, und ich zerschlage eins mit meinen Händen. Überall nur Bakterien
darauf, Viren, werden Sie noch umbringen. Hab doch schon lange Krebs. Und ich zermatsche die
Eier auf der Decke, die immer weiter herabhängt. Was machen Sie da eigentlich, fragen die Drei in
ihrem Rausch. Was mach ich da? Ich bereite die Geburt vor. Geboren werden, sterben, immer
wieder erblickt man das Licht der Welt beim Ein- und Austritt, und das hier liebe Leute, das hier ist
ein Eintritt, so funktioniert das nun einmal. Auch wenn’s schwer wird. - Ist doch alles schwer, lieber
Herr. - Auch schwer zu begreifen, was ihr hier verloren habt. Na wir wollen Ihnen doch nur helfen
und sie runtersteigen sehen, Mann! Engel! Hund! Komm doch endlich, du wirst noch nen Kollaps
erleiden mit dem was du im Blut hast, komm endlich runter verdammt! Aber das ist doch eine
Geburt, Leute. Matsch fällt runter, der gelbe Matsch, verbrennt die Haut und die Augen. Doch die
Typen schreien nicht, schreien nie, nur ich. Und ich soll runter, endlich, sagen sie und packen Dich.
Die packen mich an den zwei Händen, an den Fingernägeln ziehen sie mich runter. Nein, das Kind,
der Mongole, Leute! Er kommt doch gleich! Seht ihr nicht, wie die Decke geschwollen ist? Seht ihr’s
nicht? Die Decke ist soweit. Und ich verstehe was sie wollen, verstehe alles, höre alles. Sehe alles in
tausend Lichtern. Der Boden bewegt sich doch schon. Ich schleudere sie zur Seite, stoße um mich
und die Wände des Hotelraums werden eingestoßen. Oh mein Gott, oh mein Gott schreie ich.
Schreie wie ein Sterbender in seinem Atemkrampf, und stoße die Leute weg. Alle sind sie nun da,
alle beobachten sie mich vom Hotel. Die Hundeporties kommen in ihren roten Käppchen und bellen
und beißen alles nieder, fressen die Möbel auf, und einer von ihnen, ein ganz kleiner schwarzer
Welpe verbeißt sich im Bein von den Dreien. Die sind Siamesische Drillinge, hängen alle zusammen,
gekleidet in einem Mantel. Renne aufs Bett und springe auf und ab. Das Bett ist so feucht. Und alle
kommen sie zu - WUFF, BELL, STOPP!! Ihr könnt mich doch alle, das ist eine Geburt! Ich schreie
und lache und schlage gegen die verbeulte gelbe Decke, und sie bricht auf, Literweise dunkles Blut,
riesige Tropen fließen auf mich nieder und drücken mich ans Bett. Eitergrün ist überall dazwischen,
der stinkende stinkende Eiter. Würmer drinnen, Würmer die sich durchs Fleisch beißen und in den
Venen stecken bleiben, und die drei Drillinge schreien wie wild. Kommt runter vom Trip! Hey Leute!
Schreie ich, es gibt ne verdammte Geburt ab! Schlucke das ganze Blut daß immer noch in Strömen
fließt hier am heiligen Hotelraum, und mein kleines Kind schaut endlich hervor. Das Blut schmeckt
süß und träumerisch. Und das Kind kichert. Es blinzelt mit seinen tausenden Augen von der Decke
runter, und ich bin so glücklich. Glücklich, es stürzt auf mich herab, mein Baby! Ein großer Wurm!
Fett und rosa, drei Meter lang! Er lächelt mit seinen gelben Zähnen. Komm in meine Arme, Sohn!
Die Drillinge wollen mir Spritzen geben, wiederbeleben, doch ich kann nicht - Ihr seid doch schon
längst tot, Leute, kommt, laßt mich in Ruhe dieses Ereignis erleben. Schaut doch zu, der Erlöser ist
da! Durch die geplatzte gelbe matschige Mauer über uns schlüpft der Engelwurm hindurch. Er
flutscht richtig, und fällt direkt auf mich. Uff, ein kleiner kurzer Krach, sehr schwer ist mein
Kindchen. Ich streichle ihn, meine blauen Arme halten ihn fest, fest, fest. Er bohrt sich durch
meinen Bauch, und frißt alles. Schlieft zwischen der Leber und der Niere durch, und er und alles
andere von mir liegt am feuchten Boden, und er krabbelt weiter, weiter! Weiter mein kleiner
Krabbelkönig! Komm doch endlich wieder zu uns, sagen die drei Drillinge im weißen Gewand unterm
OP Licht. Komm zu dir! Kommt auch zu euch! Der Wurm kommt zu euch! Mein Sohn! Die Geburt
des Missiah! Er schlabbert und rülpst und ist vollgepumpt mit Dopamin und mit seinen gelben
langen Zähnen frißt er alles, frißt das ganze rosa Hotelzimmer und das Hotel und die Landstraße!
Frißt alles, ganz schnell, sehr schnell, er liebt sein Leben! Wiedersehen, Wiedersehen! Rufe ich ihm
zu, in meiner kleinen Lacke aus Eingeweiden, und ich sehe wie er mich kurz anstarrt und seine
Schleimspur in die Welt trägt, und die Drillinge, die schon längst tot sind, auffrißt. Frißt sie alle auf,
juppheidi! Es vibriert alles...ein Trommelgeräusch, drehe mich um und drücke meine Innereien fest
ins Loch im Körper, und dann kommt der Schock. Vibrieren, Vibrieren, Peng! Heiß und
elektrisierend, ich schüttele mich, und die Drillinge sind vor mir im weißen Kittel und ich verdrehe
die Augen und falle vom Tisch und keiner hebt mich auf. Vögelzwitschern, Zwitscherie, Zwitschera.
[Kann den keiner das Gift nehmen?] Im Garten Eden...
Die Pflanzen sprechen manchmal so komische Dinge; die Rosen reden über die Liebe. Ja, das tun sie
doch immer, aber sie wollen auch ficken mit mir. Gieß mich doch! Die Rosenbeete sagen, daß ihre
Muschis ganz heiß wären. Das sagen sie, und schwenken hin und her mit ihren lüsternen
Hintern. Im Wind, der trägt ihr Parfüm davon. Die Rosenbeete. Rosengeil. Rot wie das Feuer der
Geilheit. Komm, fick uns schon, du geiler Schwanz! Komm her - die Rose mit den größten Blüten
krallt sich an meinem Handrücken fest, sticht mit ihren Dornen; ich schreie, ich schmeiße mich ins
Beet, ich ziehe mich aus, ich spritze alles voll und rolle hin und her, hin und her, bis alle Rosen tot
sind und sie nichts mehr sagen und ihr Blut überall von mir fließt; war doch ein schöner Fick.
Im Blumenbeet. 60 x 20 cm lang. Und keine sagt mehr was. Tussis. Arrogante blöde Tussis.
Oh, und jetzt ist er weg,
und er war nun mal
mein Fick.
Das Wunder dieses kleinen Versteckspiels das wir führen; unbeschreiblich das ganze. Einfach
unbeschreiblich...in diesem Dschungel frißt der Wurm alles. Wie in Vietnam Mord auf Chinesisch
heißt?
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