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Der Handwerker
von Paul Paula

Als der Handwerker, jener Typ, der den Eindruck erweckt, dass unter den kurz geschorenen blonden Struppelhaaren nicht besonders viel Hirn platz hätte, andererseits muskulöse Unterarme, wie sie eben nur Kerle haben, die sich mit tatsächlicher Art ihr Geld verdienen, und zugegeben, sie hätte mich gern mal von diesen Armen drücken lassen wollen, als eben dieser Handwerker aus der Tür war, sie sich mit einem kleinen, aber durchaus angemessenen Tip verabschiedet hatte, drehte sie mit viel Schwung den Rollstuhl um, fuhr zurück ins große Zimmer, wo jetzt, vielleicht ein bisschen zu groß geraten sich in der Mitte der Wand ein wunderbarer Spiegel zeigte, groß genug, um sich darin von Kopf bis Fuß zu betrachten.
Sie platzierte sich mittig, schlug ein Bein über das andere, legte den Kopf in den Nacken und empfand das wunderbare Gefühl begehrenswert zu sein, nahm dann unentschlossen das Bein wieder zurück, setzte sich gerade auf, versuchte den Bauch durch die Streckung ein wenig einzuziehen, was auch kurzzeitig gelang.
Sie konzentrierte sich beim Betrachten auf ihren Oberkörper, ihren schlanken Hals, den sie mehrmals entlang strich, als wolle sie zeigen, wie gelungen dieses Teil ihres Körpers doch war und auch mit den Haaren, kurz, ein bisschen blondiert war sie recht zufrieden. Im Gesicht hatte sie eine kleine Narbe unter dem Kinn, und schon als kleines Mädchen ärgerte sie sich über diesen Makel, doch im Laufe der Jahre hatte sie sich daran gewöhnt und zog es lediglich beim Photographen vor, leicht von der Seite abgelichtet zu werden und eigentlich mochte sie ihre kleine Narbe sogar ein bisschen zumal ihr erster Freund, damals mit 17 Jahren regelrecht abgefahren war auf ihr Kinn mit der kleinen Narbe…
Tiefer in den Spiegel zu blicken fiel ihr gewöhnlich schwerer, da kam der Bauch, den sie trotz aller Versuche nicht wirklich flach wie ein Model halten konnte, ihren an sich dünnen Beine, die leblos wie Streifen auf dem dicken Sitzkissen lagen. Sie trug keine engen Jeans mehr, da sie ihre Beine noch dünner erscheinen ließen und sie die ständige Panik ereilte, wenn sie ahnte, jemand könnte ihre Schutzhose unter der Kleidung bemerken, war es doch die schlimmste Peinlichkeit mit der sie kämpfte…
Während sie so vor ihrem neuen Spiegel saß, eigentlich nicht das Glücksgefühl empfindend, wie sie es sich beim Kauf des Spiegels erträumt hatte, beschloss sie etwas völlig neues gegen ihren leicht rundlichen Bauch und ihre schlaffen Beine zu tun.
Wenn sie von oben auf ihren Schoß und ihre Beine sah wirkten diese immer recht ansehnlich, doch nun, von vorn betrachtet, bemerkte sie zum ersten male, dass das Sitzkissen das weiche Fleisch ihrer Schenkel nach oben drückte, ihre Beine nicht mehr rundlich sondern flach geworden erschienen…sie stützte sich auf den Rädern des Rollstuhl ab, hob ihren Oberkörper an um so den Po und die Oberschenkel zu entlasten, es war zu ihrem permanenten Begleiter geworden, die Angst sich wund zu sitzen, sich ein Loch in die immer noch makellose Haut zu sitzen und sie war auch ein wenig stolz darauf seit über 5 Jahren im Rollstuhl noch nie einen Deku gehabt zu haben.
Als das Telefon läutet schreckt sie auf aus dem leisen, nicht hörbaren Weinen, das sie so oft befällt, wenn sie betrachtet was sie alles verloren hat, ein einziger Augenblick der das gesamte Leben verändern sollte, von der angebeteten Schönheit auf dem Schulhof und der Uni; zu einer Frau die manchmal an sich zweifelt, sich noch als Frau fühlen zu dürfen, seit eben diesen 5 Jahren nicht mehr in einem öffentlichen Schwimmbad war, weil sie es hasste sich anstarren zu lassen und jede andere Frau, manchmal sogar eine gute Freundin als Provokation und Angriff gegen ihren eigenen Körper empfand, wenn sie beim Gehen mit den Hüften schwangen, während ihre eigene Hüfte leblos am Rollstuhl zu kleben schien.
Am Telefon war Sunny, ihre beste Freundin, kennen gelernt hatten sie sich in der Klinik, Sunny war die einzige Krankenschwester zu der sie Vertrauen hatte, wenn es ging durfte nur Sunny sie waschen, anziehen, sie katheterisieren und sie war es auch, die sie das erste mal nach dem Unfall begleitete zu einen kleinen Ausflug in die Stadt, raus aus der Umgebung des Krankenhauses und sie genoss es wieder unter normalen Menschen zu sein und sie schämte sich für ihre neue Andersartigkeit und ihr wurden Probleme bewusst, über die sie bisher noch nicht nachgedacht hatte und immer begleitete sie dabei Sunny, oft noch nach Dienstschluss und so wurde es eine ihrer besten Freundinnen obwohl über 100 km entfernt wohnend.
Jetzt war Sunny am Telefon und wenn Sunny am Telefon war, dann wurde es lange und ein Fest, die beiden Frauen konnte sein wie sie waren, mal lachend wie Schulmädchen, mal fragte sie Sunny nach ihren letzten erotischen Abenteuern, aber Sunny war auch die erste Wahl, wenn sie Fragen hatte, besonders wenn dies den Querschnitt betraf und die Tipps und Antworten, die sie von Sunny bekam halfen ihr oft weiter, vor ihr hatte sie keine Hemmungen, es war ja ihre Krankenschwester gewesen, die ihren Körper kannte, die ihr die Windeln gewechselt hatte, ihr unzählige von Kathetern gelegt hatte, die ihr während einer Nachtschicht sogar den Finger so weit sie konnte in ihre Scheide gesteckt hatte, um zu sehen, ob dort, tief im inneren nicht vielleicht doch noch ein Stück Sensibilität vorhanden war und tatsächlich hatte sie in jener Nacht bemerkt, wenn der Finger nur tief genug eingeführt war, etwas zu spüren, nicht wie vorher und dennoch ein Lebenszeichen…
Wenn Sunny anrief, dann war die Prozedur immer dieselbe, sie legte das Telefon auf ihren Schoß, fuhr zum Sofa, welches jetzt genau gegenüber dem Spiegel stand, sie nahm die Füße von den Rasten, stützte sich aus dem Rollstuhl auf und schob ihr Becken vorsichtig mit einer ungelenken Bewegung auf das Sofa, korrigierte abermals die Beine und ruckelte solange hin und her, bis sie bequem auf dem Sofa saß. Jetzt nahm sie den Hörer wieder zum Ohr und einer ewigen und typisch weiblichen Unterhaltung am Telefon stand nichts mehr im Wege, es waren die Abende, die sie liebte, mit einem Glas Rotwein in der anderen Hand, ab und an noch eine Zigarette und sich einfach nur ewig unterhalten, das war es, was sie liebte…
An diesem Abend berichtete sie Sunny über den neuen Spiegel, den Handwerker, der ihn montiert hatte und auch über den Anblick ihres Körpers vor dem Spiegel, den rundlichen Bauch, die dünnen, wie leblose Streifen liegenden Beine und sie verfiel in eine Melancholie, ein leises Weinen über ihre Defizite, ihre Wünsche, mit ihrem Körper Männer in den Bann ziehen zu können und ihr war klar, dass das alles ohne den Rollstuhl für sie nie ein Thema gewesen wäre, wenn sie sich bewegen könnte, vor Männern mit ihrem Po posieren könnte, anstatt hilflos und bemitleidenswert sich permanent helfen lassen zu müssen.
Sie versuchte sich seit eben diesen 5 Jahren einzureden, dass auch ein Leben ohne Sexualität einen Reiz hatte, sie war erfolgreich im Job, sie hatte ihr Leben in den wesentlichen Zügen neu orientiert und dennoch bemerkte sie in Situationen wie dieser, dass sie ein Verlangen hatte, ein Verlangen in den Arm genommen zu werden, sich zu zeigen, sich nicht verstecken zu müssen oder auch zu wollen…
Sunny versuchte ihr Mut zu geben, sie sprach von Frauen, die wunderbare Beziehungen hatten, trotz Rollstuhl, trotz des nichts Spürens, trotz der Windeln die sie trugen, es würde Männer geben, die all das akzeptierten…
Es machte ihr ein wenig Mut, das zu hören und dennoch würde sie sich nie vor einem Mann entkleiden, nie würde sie ihre intimsten Geheimnisse preisgeben wollen, nie würde sie es aushalten können mit einem Mann in einem Bett zu schlafen, die permanente Angst vor Augen sich nass zu machen, womöglich noch auf ihm…
Sunny versuchte das Gespräch zu verlagern und begann ihr von einer Stimulation der Muskulatur von außen zu berichten, über Elektroden würde die Muskulatur zur Arbeit animiert werden und so würde sie bald die Figur eines Models erreichen, wenn dies auch nichts mit der Lähmung zu tun hätte, so denn wenigstens ihr eine bessere Figur bescheren.
Sie hörte genauer hin, fragte nach Details, wollte wissen, ob dies bekannt und erprobt sei, sie war fasziniert von der Idee ohne eigenes dazutun einen Bauch zu formen, von dem Männer träumen und dann würde sich auch der Rest ergeben, vielleicht würde sie ihn kennen lernen, sich ihm präsentieren wollen, dem Mann ihrer Träume, der Träume die sie verdrängte nach dem Aufwachen und den Träumen, denen sie verfiel , wenn sie die Augen schloss.
Sie sah sich in ihren Träumen niemals mit der Behinderung, hier war sie perfekt und hier war auch der Mann perfekt, sensibel und warm, hingebungsvoll und jungenhaft, es waren häufig verschiedene Typen, aber der Kern war immer der selbe, sie wurde geliebt, begehrt, sie konnte tanzen und jeder Sex den sie in den Träumen erlebte war ein Fest, führte über unzählige Höhepunkte zum Morgengraun.
Lange noch saß sie an diesem Abend auf dem Sofa, ihre Gedanken hingen den Männern mit den schönen athletischen Körpern nach, sie verspürte ein Verlangen, das sie so schon lange nicht mehr verspürt hatte und sie besann sich auf jene Nacht im Krankenhaus, in welcher sie mit Sunnys Hilfe wieder gespürt hatte in ihrem tiefsten Inneren, sie erinnerte sich an eine eigene Sexualität, sie öffnete sich die Knöpfe ihrer Hose, öffnete sie weit, weit genug, um an die seitlichen Verschlüsse ihrer Schutzhose zu kommen, schob das Vorderteil der Windel ein wenig nach unten, ihr war klar, das sie über die gesamte Zeit ohne Kathetern nicht trocken geblieben sein konnte und dennoch schob sie ihre Hand sehr langsam über den Bauch und erfühlte den Beginn des Spaltes, sie glitt weiter, fühlte ihre Klitoris, sie glitt weiter und fand die Öffnung, feucht wie der Rest der nackten Haut über dem Schamhügel, mit der anderen Hand versuchte sie ihre Beinen ein wenig auseinander zu bringen um in der Öffnung genug Platz für ihren Finger zu schaffen, vielleicht auch für zwei.
So stark sie sich auch bemühte, mit den Fingern noch tiefer einzudringen, es war nicht dass wohlige Brodeln, welches ihr Sunny im Krankenhaus bereitet hatte, sie spürte das Streichen ihre Finger als Erschütterung ihres Körpers, als Schmerz, den sie als wohltuend übersetzen musste und dennoch gab es ihr ein wenig von der Hoffnung zurück Sex erleben zu können, es steigerte ihren Selbstwert und sie begann erneut über Sunnys Worte zu sinnieren, es gäbe Männer, die all das akzeptieren würden, vielleicht hätte sie das Glück einen solchen kennen zu lernen. Irgendwann.
Am nächsten Morgen wachte sie früh auf, beschloss bei wunderbar heiterem Wetter bald das Bett zu verlassen, um in die Stadt zu fahren, vielleicht in einem Cafe zu sitzen und in einem Sportgeschäft sich nach der Möglichkeit der elektrischen Stimulation der Muskeln beraten zu lassen und all die sonst so müßigen Bewegungen, das Rutschen an die Kante des Bettes, das Übersetzen in den Rollstuhl, das sortieren der nackten Beine, all das fiel ihr an diesem Morgen so leicht, wie nie zuvor, sie rückte das Handtuch auf dem Sitzkissen in Form, sammelte die nasse Unterlage vom Bett, griff nach Hose und Pullover und fuhr ins Bad, hob ihren Körper aus dem Stuhl auf den Badelift, legte ihre Beine ebenfalls in die Badewanne und begann zu duschen, drückte sich mit dem Rücken gegen die Lehne, um den Rumpf weiter nach vorn zu bringen, so hatte sie ausreichend Freiraum um sich auch zwischen den Beinen waschen zu können.
Mit der einen Hand hielt sie sich fest, mit der anderen führte sie rein zum Spaß den Duschkopf über ihren Körper, sie spürte das prickeln der Tropfen auf der Haut, fuhr um ihre Brüste herum, dann zum Nabel ihres Bauches,. Wieder zurück zu den Schultern, sie waren kräftiger geworden im Laufe der letzten Jahre, breiter, nicht massig, eben eine sportliche Figur, die Brüste passten dazu, nicht gerade groß, vielleicht eine gute Hand voll, erhabene Spitzen, die jetzt deutlicher hervorstanden als sonst und je härter der Regen auf sie einprasselte, desto empfindlicher wurden sie, streckten sich und schwollen an, setzten die Basis für ein Kribbeln über den ganzen Körper, sie hatte Sex mit sich selbst, befriedigenden Sex, sie genoss es die Zärtlichkeit des Wassers zu spüren, sie hielt sich die Dusche zwischen die Beine, konnte hier jedoch nicht den selben Spaß entdecken, wie sie ihn empfand, wenn sie sich oberhalb der gebrochenen Stelle der Wirbelsäule vom Wasser verwöhnen ließ.
Da es in der Stadt ausreichend, für sie erreichbare Toiletten gab, war sie nicht gezwungen die dicken Schutzhosen mit den knisternden Windeln zu tragen, sondern es reichte aus, eine Vorlage, die lediglich durch einen ganz normalen Slip gehalten wurde, zu benutzen. Sie fühlte sich damit freier, sie trugen seitlich nicht weiter auf und sie brauchte nicht darauf zu achten, dass beim Entlasten des Oberkörpers sich die Windel durch die Hose abzeichnete.
Wichtig war beim Anlegen nur, dass die Bündchen wirklich dicht am Oberschenkel abschlossen, so dass im Falle eines Falles die Hose außen trocken blieb und auch Gerüche sich nicht ungehindert ausbreiten konnten.
Sie schob sich die Vorlage zurecht, um Druckstellen zu vermeiden, strich sie über dem Bauch glatt, beugte sich tief nach vorn und zog den Slip über die Füße, die Waden hoch, schaukelte nach rechts und links bis der Slip einen großen Teil der Vorlage bedeckte, fühlte mit der Hand hinter ihren Rücken, ob auch hier der Slip die Vorlage gut fixierte.
Sie fuhr in ihr Zimmer zurück, zog den BH, ein leichtes Shirt und eine weite sommerliche Hose an, die nicht bis zu den Füssen reichte, sondern die Hälfte der Wade zeigte, dazu Turnschuhe ohne Socken, insgesamt sportlich und dennoch feminin genug um sich und den anderen zu beweisen, wie sehr sie Frau sein konnte, die nicht mit ihren Reizen sparte, sie war überzeugt davon heute etwas zu erleben, ein neues Leben zu beginnen und einer der Schlüssel war das Gespräch mit Sunny am Abend zuvor.
Mit einem geheimnisvollen Gefühl der Erregung im Bauch posierte sie ein letztes mal vor ihrem Spiegel, nahm sich ihren Rucksack, hing ihn über die rudimentären Griffe ihrer Rückenlehne, zog an den Greifreifen, dass die vorderen Räder vom Boden abhoben und drehte den Stuhl in Richtung der Tür, fuhr hinaus in das Treppenhaus zum Fahrstuhl, weiter hinaus auf die Strasse. Es war nicht weit zu ihrem Wagen, einem schwarzen Golf, vielleicht 2 Jahre alt, er glänzte in der Sonne, einem Splin geschuldet, ihrer heimlichen Leidenschaft für Waschstrassen, in denen man das Auto nicht verlassen musste, sie liebte es, sich für eine kurze Zeit im modernen Regenwald zu befinden, allein, ein idealer Ort zum Lieben, träumen, oft dreht sie für Minuten ihre Musik so laut, als wolle sie all die Musik hier auf einmal hören, die Musik die sie viel lieber in Clubs hören würde, laut und kraftvoll, Musik zum Tanzen auf zwei Beinen.
Sie öffnete die Tür sehr weit, fuhr den Rollstuhl vorsichtig bis an die Schwelle heran, fasste zuerst das rechte Bein, führte es vorsichtig in den Fußraum, dann das andere, hielt sich mit einer Hand am Rolli, mit der anderen am Fahrersitz fest, um sich schließlich mit einem Schwung selber auf den Sitz zu hieven, nahm das dicke Sitzkissen aus dem Rolli und schob es sich langsam unter den Po, korrigierte ihre Sitzposition, griff nach dem ebenfalls schwarzen Stuhl und zog ihn über sich hinüber auf den Beifahrersitz, es waren recht handliche Teile, wenn man die Räder abmontierte, eigentlich nur ein filigranes Gerät aus schwarzem Metall und dennoch schien gerade dieses Gerät so viel verändert zu haben in ihrem Leben, es war ihr zum Pseudonym geworden für all das Leid, das ihr der Unfall gebracht hatte.
Im Auto war sie wie alle, hier brauchte sie nur das Schild, welches sie als Rollstuhlfahrerin identifizierte aus der Windschutzscheibe zu entfernen und schon war sie die selbe normale junge Frau mit blonden Haaren, wie viele andere Frauen es in ihren schwarzen Autos auch waren, einfach nur normal und unauffällig, nichts zum Bemitleiden, nichts was auffiel.
In der Stadt angekommen schob sie ihre Parkplatzgarantie wieder hinter die Windschutzscheibe, hielt auf dem breitesten Behindertenparkplatz und bugsierte sich behutsam wieder zurück in den Stuhl, zog ein Bein nach dem anderen wieder auf die Fußrasten, fühlte hinter ihrem Rücken, ob die Vorlage durch den Transfer verrutscht war, schloss die Tür und rollte in gutem Tempo in Richtung der Fußgängerzone, hier war das Meiste für sie bequem erreichbar, keine lästigen Stufen, kein Bitte um Hilfe, sie hasste es Passanten zu bitten, sie zu heben, sie über Stufen zu führen, es nagte an ihrem Stolz ihre Hilflosigkeit zu zeigen.
Es war Vormittag, die Stadt nicht menschenleer, aber es war ausreichend Platz, um eine gewisse Distanz zu anderen Passanten zu halten, eine Distanz, die sie brauchte, um sich nicht endlos klein zu fühlen zwischen all den gehenden Menschen um sie herum.
Vor einem Cafe, welches sie bereits kannte hielt sie an, schaute sich kurz die wenigen Leute hier an und beschloss den Tag erst einmal mit einem übergroßen Milchkaffee in der Sonne sitzend zu beginnen.
Genau auf der gegenüber liegenden Straßenseite fiel ihr nach kurzer Zeit ein Sportgeschäft ins Auge, eines jener Geschäfte, die sich eher dem Lifestyle verschrieben hatte, denn den wirklichen Bedürfnissen von Sportlern, aber was machte das schon, zu denen gehörte sie noch weniger, als zu den Lifestyle versessenen und so beschloss sie nach dem Bezahlen sich dort nach Möglichkeiten der elektrischen Stimulation ihrer Muskel zu erkundigen.
Kurze Zeit späte, sie war noch damit beschäftigt die Auslagen der Schaufenster zu studieren, öffnete ein junger und zugegeben recht ansehnlicher junger Mann die Tür des Geschäftes und erkundigte sich eher beiläufig, ob er ihr helfen könnte, eine kleine Stufe sein im Eingangsbereich zu überwinden, er schien eher lustlos, sah sie weder direkt an, noch war er besonders leicht zu verstehen, leise und ein wenig stockend murmelte er und dennoch konnte er nur sie gemeint haben und es kam wieder hoch in ihr, das Gefühl geduldet zu sein, Anstrengung für andere zu bedeuten. Langsam wendete sie sich ihm zu, sah ihn genauer an und bedeutete ihm ihr zu helfen, wobei sie in seinem Gesicht eine auffallende Rötung bemerkte.
Es war einfach sie über die Stufe zu ziehen, schließlich war sie sehr schlank und er war jung und anscheinend ein gut trainierter Sportler, warum sonst sollte er auch in einem Fachgeschäft für junge, dynamische Menschen mit sportlichem Ehrgeiz arbeiten und genau in diesem Fachgeschäft für junge, dynamische Menschen mit sportlichem Ehrgeiz befand sie sich jetzt, sie für die Sport zu einem Fremdwort geworden war seit dem Unfall, sie fühlte sich fehl am Platz und bräuchte sie keine Hilfe um den Laden wieder verlassen zu können, sie wäre auf der Stelle umgedreht und hätte das weite gesucht, so aber musste sie die Mühe des jungen Verkäufers durch wenigstens 10 Minuten Aufenthalt im Geschäft würdigen, die Zeit verginge bestimmt.
Sie fuhr durch die engen Gassen zwischen hohen Regalen und Kleiderständern, zupfte wissend hier und dort, mal bei der Fitness-, mal bei der Wintersportbekleidung, legte sich schließlich ein T-Shirt auf den Schoß und rollte damit zur Umkleide.
Diese war nicht einmal groß genug, um darin stehend Platz zu finden, geschweige dann mit dem Rollstuhl und da es sich beim Anprobieren sowieso nur um ein Alibi handelte, beschloss sie das Shirt weg zu legen und jetzt mit der Begründung der nicht befahrbaren Umkleide das Geschäft endlich wieder verlassen zu können.
Der junge Verkäufer schlenderte sichtlich gelangweilt, aber mit weiterhin gerötetem Gesicht und abgewandtem Blick auf sie zu und noch bevor sie ihrem geheuchelten Frust über nicht behindertengerechte Geschäfte Luft verschaffen konnte entschuldigte er sich bei ihr in dem selben stockenden murmelnden Ton wie er es schon vor dem Geschäft getan hatte und bot ihr einen Lagerraum direkt neben den Umkleiden an, hier hätte sie Platz und falls nötig würde er ihr helfen, wobei auch immer, nur sie möge ihm dieses Manko im Laden verzeihen, schließlich seien Rollstuhlfahrerinnen nicht das wesentliche Klientel.
Was ihr in diesem Moment auffiel, war seine Unsicherheit, er war nicht genervt, er war verlegen, seine Stimme stockte immer wieder und er schaffte es nicht, ihr ins Gesicht zu sehen, er starrte auf ihre Beine, wieder zurück durch den Laden und wieder auf ihren Körper, den Rollstuhl, aber nie ins Gesicht.
Sie willigte ein, bedankte sich für sein Hilfsangebot, verneinte es jedoch, schließlich könnte sie sich allein ein einfaches T-Shirt anziehen, sie sei ja kein Kind mehr und nur weil sie im Rollstuhl sitze, hieße dies noch lange nicht hilflos zu sein. Es klang wie eine harte Kritik, es platzte aus ihr heraus, es war noch immer die Wut zu spüren, die sie benutzen wollte um das Geschäft unbehelligt verlassen zu können und sie fühlte, ihn verletzt zu haben, aber wie sollte sie ihm dies jetzt mitteilen und so sagte sie nichts, nahm das Shirt und ließ sich den Weg zu dem besagte Lagerraum zeigen, besser gesagt, er ging ihr voraus, öffnete die Tür und vergewisserte sich abermals ob sie Hilfe benötigen würde, beantwortete sich die Frage dann allerdings selbst, kaum noch verständlich und ihre Mundwinkel zogen sich nach oben, gingen in ein Grinsen über und als wenn es nicht Schmach genug für den jungen Mann wäre, fragte sie ihn, ob er aufgeregt sein, oder ob er einen Sprachfehler hätte, es sei nicht schlimm, schließlich hätte jeder sein Päckchen zu tragen, sie im Rollstuhl, er mit einem Sprachfehler.
Kaum noch verständlich verneinte er und verließ fluchtartig den Raum, zog die Tür hinter sich ins Schloss.
Sie zog sich ihr Shirt aus, richtete den BH und bemerkte eine deutlich sensiblere Brust als sonst. Die Brustwarzen zeichneten sich deutlich durch den beinahe transparenten Stoff deutlich ab und sie schob, als sei sie ihre eigene Verführerin langsam die Hand unter den Stoff, umkreiste den Hof der Brustwarze, glitt hinab zu der recht vollen Rundung bis hin zu der Falte unter der Brust, wieder hinauf, empfand sich schön und sie hatte allen Grund dazu.
Es war wie ein Reflex, wenn sie einen ruhigen Raum in der Stadt oder in der Uni fand, sich die Hose zu öffnen und mit der Hand zwischen die Beine zu fahren, war es doch die einzige Möglichkeit zu testen, ob sie noch trocken war, oder ob sie die Vorlage wechseln musste, vielleicht eine halbe Stunde nach dem Kathetern garantierte sie für ihre Blase, alles was danach kam, war Glück wenn sie trocken blieb und Normalität, wenn sie sich neu verpacken musste, wie sie es nannte, wenn sie mit sehr vertrauten Personen, eigentlich nur mit Sunny darüber sprach.
Sie führte die Hand dabei nicht zwischen ihre Schamlippen sondern nur zwischen den Hügel und die knisternde Vorlage, fühlte automatisch auch nach, ob die leicht gekräuselten Bündchen fest an den Innenseiten ihrer Oberschenkel anlagen, es war wichtig um im Falle eines Falles wenigstens nach außen nichts preis zu geben.
Sie war trocken geblieben und dennoch fühlte sie eine Feuchtigkeit an den Fingern.
Das Shirt war kurz, es zeigte ihren Bauch und so sehr sie es auch mochte bei anderen Frauen, sie selbst würde so etwas nie tragen, die Gefahr, man könnte ihre Schutzhosen oder Vorlagen bemerken war zu groß und so zog sie wieder das alte Shirt an, kontrollierte ein letztes mal vor dem Spiegel, der provisorisch im Raum stand ihre Erscheinung und fuhr hinaus durch die schwere Stahltür in den Verkaufsraum, hin zu dem einsam stehenden jungen Verkäufer und wollte ihn gerade bitten, sie wieder nach draußen zu begleiten, als sie sich ihrer überzogenen Reaktion auf das Hilfsangebot erinnerte und sich plötzlich verpflichtet sah, sich zu entschuldigen, zu erklären, was so schwer zu erklären war.
Und wenn es nun doch nur ein arrogantes Arschloch war, sie sich seine Schüchternheit nur einredete, er niemals wegen einer Frau wie ihr nervös werden würde, warum sollte es ein Mann wie er es war auch werden, im lagen die Frauen vermutlich scharenweise zu Füssen, und ausgerechnet sie bildete sich ein, ihn in Verlegenheit bringen zu können - was für eine abstruse Idee.
Als sie sein Gesicht sah, wurde ihr klar, das diese Idee absolut nicht abstrus war, im Gegenteil, sie fühlte seine Aufregung jetzt noch stärker, seine Irritation, worüber auch immer.
In ihrem Kopf sprangen die Gedanken wild durcheinander, überschlugen sich förmlich. War sie verliebt, fühlte sich so verliebt sein an, konnte man nach wenigen Sekunden verliebt sein?
Alles hatte sie Sunny gefragt, aber niemals, ob man bereits nach Sekunden verliebt sein konnte.
Sie holte tief Luft, als wolle sie eine Rede im klassischen Sinne beginnen, atmete wieder aus, holte erneut Luft und aus ihrem Mund kamen nur sinnentleerte Floskeln, er müsse verstehen, wenn man auf Hilfe angewiesen sei, zumindest manchmal und dann auch nicht so, wie er es sich vorstellte, sondern sie unterbrach, versuchte es erneut und er lauschte ihr, starrte sie an, verstand nichts aber nickte und sie erwiderte sein Nicken. Der Sinn ihrer Worte wurde auch beim zweiten Versuch nicht erkennbar, die Situation entspannte sich aber, die Gesichter wurden freundlicher, sie begannen wie verabredet zu schmunzeln und dann war Stille, unerträgliche Stille, ihr Kopf war leer, nichts mehr zu sagen außer "bye"?
Sollte sie jetzt wirklich "bye" sagen, wo sie doch vielleicht das erste mal wieder verliebt war, falls es das war was sie empfand?
Ihre Beine begannen auf das Fußbrett zu klopfen, sie zappelte regelrecht mit den Beinen; immer wenn sie sich anstrengte oder aufgeregt war setzten die Spasmen in den Beinen ein und es war schwer zu erklären, dass man auf zappelnden Beinen weder stehen noch gehen könnte, das es normal war, aber schon der Begriff Spasmen war ihr zuwider und so kommentierte sie es nur mit einem wortlosen Lächeln, während sie sich mit aller Kraft auf die Beine stützte, um diese wieder zu beruhigen.
Wieder starrte er auf ihre Beine, auf ihren Bauch und das war das, was sie nicht wollte, warum blickte er ihr nicht ins Gesicht oder eben auch auf die Brust, aber er starrte nur auf die wippenden Beine, die eben noch leblos auf dem dicken Sitzkissen zu kleben schienen, starrte sie an und schwieg.
Sollte sie doch besser "bye" sagen und verschwinden?

Hier ist die Fortsetzung dieser Geschichte.

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