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Was mir Liebe ist
von Andrea Mielke

Ein großes Wort, welches viele kleine Taten braucht, um gelebt zu sein.
Ein tiefes Gefühl, welches brennend schmerzen kann oder dich in rosa Wolken hüllt. Eine Sehnsucht auf ewig, die uns bis zum letzten Atemzug begleitet.

Es ist die Liebe zum Leben, die mich jeden morgen weckt und den Tag aufs Neue beginnen lässt. Es ist Liebe, wenn ich abends erschöpft im Bett liege, das zarte Prasseln der Regentropfen am Fenster mich in den Schlaf wiegt. Es ist Liebe, wenn dein Atem zu meinem Rhythmus wird, wir aneinander geschmiegt still dem Glück der Zweisamkeit lauschen. Dann bin ich Liebe.

Geboren als schwer körperbehinderte Frau, heute 44jährig, war es ein langer mühevoller Weg Selbstliebe und die Liebe zu meinem, für manche verkrüppelten, für mich besonderen Körper zu entwickeln. Nichts war leicht, vieles erschien unmöglich, ärztliche und gesellschaftliche Prognosen waren vernichtend. Du wirst nichtů Du kannst nichtů Du bist nichtů waren die Sätze meiner Umgebung. Niemals aufgeben, alles Wollen dürfen, Wünsche leben und vor allem l i e b e n, in jeder Form, auf allen Ebenen, mit voller Intensität, allem Begehren und höchster Energie, war mein Ziel.
Stets war es die Liebe, die mich in ihren tiefsten Schichten antrieb und nach betrauerten Niederlagen wieder aufrichtete.
Mich dem Leben hingeben und den Menschen öffnen, das ist Liebe für mich.

Heute lebe ich in einer speziellen Form, mit Dienstplänen, Abrechnungen und personellen Hilfen, die ich benötige, um meinen Alltag selbst bestimmt zu gestalten. Jeder Handgriff, jede Handlung braucht Assistenz, die 10 verschiedene Personen für mich nach meiner Regie ausführen. Diese Dichte an Interaktion bei Tag und Nacht, vom ersten Augenaufschlag am Morgen, bis zum Lagewechsel in der Nacht, braucht manchmal viel Liebe und Geduld, um sie zu ertragen. Es braucht Liebe, um fremde Menschen so nah und intim immer wieder in mein Leben zu lassen und es braucht Liebe sie auch wieder gut gehen zu lassen.

So schlägt mein Pendel von Liebe in vielen Facetten, doch es bleibt die schönste Art der Liebe, jemanden zu lieben und geliebt zu werden.


Andrea Mielke Sozialarbeiterin, geboren 1964, spinale Muskelathrophie seit Geburt, ist Anwenderin und Expertin in persönlicher Assistenz. Sie lebt seit 26 Jahren selbst bestimmt mit persönlicher Assistenz in Salzburg. Sie ist Initiatorin und Modell der Fotoausstellung, sowie Herausgeberin des gleichnamigen Fotokataloges "Ein Hauch von Gefühl" - weiblich, behindert, sinnlich. Kontakt und Bestellung: andrea.mielke@aon.at

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