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Hinter der Grenze
von Andrea Mielke

Es gibt Tage im Leben, die nie wieder aus dem Gedächtnis gelöscht werden können. Die auf Lebzeiten im Erinnerungsspeicher festgemeißelt und auf der Datenbank unseres Gehirns immer abrufbar bleiben. Diese Tage sind besondere Tage. Sie sind getränkt, meistens mit Momenten von Liebe, tiefen Gefühlen, Glückseligkeiten, Schicksalsschlägen, Lebenskreuzungen, Einbrüchen, Veränderungen und Schmerz.

An so einen Tag will ich mich erinnern. Eintauchen, zurückdrehen, abspulen und noch einmal erleben wie alles kam. Wie alles war und was ich fühlte.

Wir schreiben den 18. Februar des Jahres 2006. Es ist 6.37, der Tag hat noch nicht die Nacht durchbrochen, in der frühmorgendlichen Stille dieses Samstags. Wir stehen in dieser bestimmten Straße, in dieser Stadt, auf diesem Planeten, in unserem jetzigen Sonnensystem. Ich stehe in meinem Leben. An diesem Morgen, zu dieser Stunde, an diesem Tag, der noch jungfräulich vor mir liegt.
Festgezurrt und angegurtet sitze ich im ledernen Schoß meines Rollstuhls. Spannung, höchste Freude, tiefstes Glück, aufregende Erwartung, ummantelt von Lebensdankbarkeit, erfüllt mein Sein. Vor mir entstehen in der schummrigen Dunkelheit, der Innenbeleuchtung meines Wagens, die Konturen zweier Köpfe. Ich betrachte lange und ausgiebig das dunkle Haar der beiden Menschen, die ich auf dieser Welt am meisten liebe. Eines kurz, frech und aufgeweckt lebendig. Das andere wallend, lockig, wild bedächtig. Alles, wirklich alles, wäre ich bereit zu tun für diese beiden. Alles würde ich geben. Alles liegt mir daran, dass sie glücklich sind.

Sie schweigen. Beide. Und ich frage mich, was wird wohl geschehen? Wird alles geschehen? Kann alles geschehen? Wie wird es sein, wenn wir gemeinsam die Grenze des Anstands durchbrechen und uns auf den Weg zu einem neuen Horizont begeben? Werden wir ihn bis zum Ende gehen, diesen unbekannten Weg?
Wäre ich jetzt eine wahre Februarhexe, würde ich mich hinter ihren Augen einnisten und ihre Gedanken durchschreiten. So bleibt mir nur die Ansicht ihrer Häupter und eine Ahnung, wie sie sich fühlen. Wir wissen alle Bescheid um unser Vorhaben, um unseren Plan und dem Versuch uns auf eine besondere Weise zu verbinden.

Wir machen uns auf den Weg und durchbrechen mit Geschwindigkeit die Dunkelheit der Nacht. Die Kühle eines Wintermorgens eröffnet diesen neuen Tag, den es in unserer Zeitrechnung nur ein einziges Mal geben wird. Der nur ein einziges Mal gelebt werden kann. Heute.
Geschüttelt und gerüttelt von den Unebenheiten der Autobahn ziehen weiße Felder, kahle Bäume, kleine Dörfer, Seen und Berge an mir vorbei. Mein Blick pendelt zwischen den Landschaften außen und den leichten Bewegungen der zwei Liebsten im warmen Innenraum des Fahrzeugs. Manchmal schauen sie sich an. Manchmal sagen sie etwas. Es ist zu laut, um zu verstehen was ihre Worte bedeuten. Die Musik durchdringt die schweigsame Stille und nimmt damit die Scham und Angst vor dem was kommen kann.
Ob sich ihre Seelen schon im Geist betasten? Ob sie daran denken, dass sich vielleicht schon bald ihre fremden Körper berühren? Sie sich aneinander reiben. Leib an Leib. Bewegung an Bewegung. Lust auf Lust. Frage und Antwort. Blicke. Taten. Küsse. Leidenschaft. Begehren. Gier. Wollen und Haben.

Ich bin leer, wie eine schönbauchige Schale aus orangetransparentem Glas. Bin bereit und offen mit allem gefüllt zu werden. Mit ihrer Weiblichkeit, mit seiner Männlichkeit. Mit ihrer Aktivität, seiner Passivität. Mit ihrem Empfangen und Geben, seinem Durchdringen und Nehmen. Mit ihrer Liebe zu mir und seiner Gier nach ihr.

Ich bin bereit!

Wie ein glückliches Kind habe ich mich auf diesen Tag der Reise gefreut. Spielerisch, dankbar, aufgeregt. Verliebt in ihn und das Leben, stand meine Tasche Wochen davor fertig gepackt. Darf man mit 41 Jahren so glücklichkindlich sein?
Die Liebe, sie macht so vieles möglich. Man darf nicht nur. Man soll und muss!!
Fühl alles was du kannst! Gib alles was du hast! Erlebe dich mit allem was du bist! Sei einfach du und spüre!

Wie lieb ich dich.
Wie inniglich und tief.
Dein Atem, mein Atem - unser Rhythmus.
Dein Körperspiel, meine Himmelsflüge.
Deine Augen, meine Stirn.
Deine innere Frau, mein innerer Mann.
Deine Beweglichkeit, meine Ruhe.
Unsere Lust.
Unsere Insel.
Das Universum.
Verlangen, Verschmelzung, Verstehen, Vertrauen, Vergebung.
Hingabe an das Du.
Hingabe an dich.
Dein Stöhnen wie ein Gebet.
Mein Orgasmus als Träne an deiner Schulter.
Liebe. Kosmos. Tod.
Gottgleiches Empfangen.
Angstfreies Sein.
Bereit für den letzten Atemzug des Lebens.

Ewigkeit.


Bernd - 5 Buchstaben
wie Glück, Sonne, Licht, Leben, Tiefe, Demut, Liebe und Träne ...


Wir sind da. Nach 432 Kilometern Autobahn gegen Süden betreten wir diesen besonderen Kraftort. Weit entfernt von Heimat und Alltäglichkeiten. Vertraute Gegend, bekanntes Hotel, unsere Therme. Ankommen an diesem mystischen Platz, wo schon so vieles geschah. Einkehrzeit, Auszeit, Hexenplatz. Ort der Wünsche, Träume, Taten, Läuterungen.

Tigerin, Panther und Pinguine.

Sind wir bereit?
Wir sind bereit!

Die weiße Tigerin gibt mir wie vereinbart das wortlose Signal. Wir haben alles durchdacht. Wir haben uns gut abgesprochen. Wir haben unsere Seelen, unser Herz und unsere Lust befragt. Wir haben unsere Freundschaft gesichert. Ängste, Unsicherheiten und Möglichkeiten überprüft. Grenzen gesetzt. Sicherheiten eingebaut. Das Wort dafür heißt "Tsunami". Wer immer es ausspricht, es bedeutet Stopp! Ende! The game is over!

Das erste zarte Stelldichein im roten Licht der Sauna. Nackt bis auf die pralle Haut, kribbelt die Spannung in unseren Bäuchen. Kein Wort der Eindeutigkeit, geschweige denn Zweideutigkeit. Alles ist - noch - ruhig. Noch nichts ist geschehen. Wird alles geschehen? Keiner der beiden wagt den 1. Schritt. Keinen Schritt kann ich tun und dennoch bin ich viele gegangen. Ich werde auch diesen tun.
Schwimmend, schwebend, leicht in seinem Arm, tauchen wir ins warme Nass.
Endlich Liebster, spür ich dich! Endlich bist du da. Ganz nah an mir. Ganz nah an meiner Seele. Dring in mich und liebe mich. Nichts mehr als dies wünsch ich mir.
Körper an Körper. Haut an Haut. Herz an Herz. Münder die sich vereinen. Blicke die sich verlieren. Liebende die glücklich sind. Und noch ein Herz, ein Mund, ein Blick ...
Fließend, treibend, schön, begehrlich und bereit. Das Herz meiner Tigerin. Freundin, Hexe, Seelengefährtin, Vertraute, Ver-rückte, Verspielte, lebendige Frau.

Die Luft draußen ist kühl, der Pool nebelt dampfend unser Sichtfeld ein. Das Feucht in dem wir schwimmend treiben ist warm, schließt uns in die Tiefe des Wassers und ich weiß, dass ich es nun tun muss. Den Schritt, den Ersten. Das Eis brechen. Die Wasser teilen. Die Liebe verschenken. Die Grenze übertreten. Den Horizont erweitern. Mein Ego überwinden. Lieben! Wirklich lieben. Beide und mich selbst. Wagen und Wollen. Trauen und Vertrauen. Jetzt!!!

Panther hält mich in seinem starken Arm. Ich schwebe eng an seinem Körper. Unsere Lippen berühren sich. Sein langes dunkles Haar klatscht an der Wasseroberfläche - wie ich sie liebe, diese Mähne - Ausdruck von Wildheit und Freiheit. Wie lieb ich diesen Mann, von oben bis unten, von außen wie innen. Wir sind einander zugewandt. Mit einer kleinen Handbewegung winke ich die Tigerin heran. Sie kommt näher und näher und näher. Ich schaue vertrauensvoll in ihre sanften Augen, während sie sich von hinten eng, ganz eng, an meinen Liebsten schmiegt. Ich spüre die wellenartige Bewegung ihrer Hände und das streichelnde Umfassen seines Bauches. Er genießt und schließt die Augen. Ich blicke in Ihre, beobachte ihre Küsse auf seinem Nacken und trage die Bewusstheit in mir, dass es nun geschieht.
Annäherung. Beginn.
Ich teile. Ich gebe. Ich lasse zu.
In diesem Augenblick verschmelzen wir zu einem dreifachen Ganzen aus freudig-erwartender Innigkeit und ich höre mich sagen: "wie Pinguine im kalten Eis, wenn sie aneinander rücken, um nicht zu erfrieren".

Die zwei Liebsten ziehen sanfte Wellenkreise im Pool. Ich bin weit genug entfernt, um die wechselnden Worte zwischen ihnen nicht zu verstehen. Sie reden viel. Mir zu viel. Ich möchte sie sehen, wenn sie sich begegnen. Verbinden, sich nähern, Schritt für Schritt. Mein Blick schweift ab und als er wieder zu ihnen findet, ist es geschehen ...
Zart, sanft, behutsam, weich, leicht, vorsichtig schnäbelt der ihre mit dem seinen Munde.
Es tut nicht weh. Es tut wahrlich nicht weh. Ob sie es genießen, die beiden, die ich so liebe? Ich hatte Angst vor diesem Moment, denn ich wusste, er bedeutet Schmerz. Ich bin erstaunt. Ich bin erleichtert. Es tut nicht weh.
Sie küssen sich und ich treibe mit der Schwerelosigkeit meines Körpers im Element meiner einzigen Leichtigkeit - dem Wasser. Alles was außerhalb dessen geschieht verurteilt mich zur bedingungslosen Schwere und Bewegungsunfähigkeit.
Jetzt bin ich ICH.
Jetzt bin ich leicht.
Jetzt bin ich beweglich.
Jetzt bin ich frei.

Schnäbeln und küssen. Küssen und schnäbeln. Ihre Küsse, seine Küsse.
Küsse, Küsse, Küsse werden intensiver, schneller, begehrlicher - tut es jetzt doch weh? Ja, es tut. Sie tut. Er tut. Ich bin zu weit entfernt. Ich muss zu ihnen. Ich muss näher. Ich muss mit ihnen sein. Verbinden. Vertrauen.

Die Hitze der Sauna macht uns warm, schwer und stumm. Er liegt dahingegossen wie ein König zwischen uns. Welch ein König! Ein Sonnenkönig! Ein Liebesgott. Fast makellos sein Körper. Einladend und anziehend. Wir beginnen ihn zu berühren, diesen wundervollen Körper, in dem ein faszinierender Geist wohnt, deren Besitzer selbst aber meint, keine Seele zu haben. Wir streichen mit Fingern, Kuppen, Nägeln, Händen von beiden Seiten seinen Bahnen entlang. Verweilen dort und da, warten ab, beobachten, reagieren, führen fort. Manchmal berühren sich dabei unsere Frauenhände über der Mitte seiner Brust. Wir lächeln uns an, blicken tief in die Andere und wissen, dass alles gut ist, was ist.

Er genießt und schweigt.

Ich zeichne die kleinen zarten Kreise, Spiralen und Linien auf seine Haut. Die Tigerin die großen, runden, satten, festen Nach einer langen Weile, schenkt er uns jeder seinen starken Arm und führt fort, was wir begonnen haben. Ich bin vertraut - seine Hand ist ruhig und gelassen. Die Tigerin ist fremd und unbekannt und will erobert werden - seine Hand ist fordernd zart, liebevoll drängend. Er ist auf dem Weg der Entdeckungsreise zu ihr.
Inzwischen haben sich kleine Pfützen von Schweiß in seinen Grübchen und Vertiefungen gebildet. Es ist so heiß. Er ist so schön. Alles tropft aus uns. Alles trieft und fließt. Ihr Schweiß verbindet sich mit seinem und tröpfelt Perle um Perle auf mich herab.

Bewegungslos liege ich auf den hölzernen Brettern und werde zum Kelch.
Ich empfange die Impulse, aber ich sehe nichts, denn die Perlen haben meine Augenhöhlen erreicht. Sein Arm hängt leblos zu mir herab, aber er ist da. Gleichzeitig fühle ich die streichelnde Aktivität seiner anderen Hand, die quetscht, knetet und an Tigers Busen rundet. Ich weiß es nicht, aber die Geräusche des Tuns bestätigen mir den Inhalt. Runde um Runde bewegt er sich näher auf sie zu. Und da spüre ich ihn wieder, diesen leisen Schmerz. Er liebkost mich statt seiner, denn der Liebste ergeht im Genuss mit ihr.
Perlen seiner Tropfen könnt ich ihm jetzt aus allen Höhlen lecken, schlecken, saugen, schmecken, schlucken - jeder Tropfen du. Die Tigerin beugt sich wie ein weißer wilder Schwan mit ausgebreiteten Flügeln über ihn und gibt dem meinigem Begehr den handelnden Ausdruck der Tat.
Es tut weh und es ist schön.
Ich bin da.
Euch beiden hautnah.

...

Die Stunde des Abends schreitet voran. Wir tauchen in die Tiefe einer neuen Nacht.
Nach einem Gefühlscheck und dem Vorkosten, was die Hauptspeise versprechen könnte, wissen wir, was geschieht und geschehen soll. Wir wollen mehr davon. Er will mehr. Sie will mehr. Ich bin bereit.

Zwischen Mantra-Klängen, dem Schimmer von Kerzenlicht und räuchernden Stäbchen, haben sich zwei Frauen, zwei Freundinnen, zwei beste Gefährtinnen, in rote und türkise Spitzendessous gepackt. Die starke weiße Tigerin hat die kleine Pinguine gewaschen, getrocknet, geföhnt, gesalbt und gerichtet - angerichtet!
Die Eine ist blond und mit Pölstern im Bette drapiert. Die Andere ist dunkel, lebendig und für alles bereit. Wie zwei unschuldige Kinder, vielleicht Königskinder, sitzen sie sich Hand in Hand gegenüber und sprechen den selbst gewählten Spruch, der sie schützen und begleiten soll. JETZT - in dieser Nacht. Damit ihnen nichts geschieht und ihre besondere Freundschaft keinen Schaden nimmt. Damit sie sich am nächsten Morgen liebend und achtend in die vertrauten Augen blicken können. Damit alles was sich ereignet von Liebe und Freundschaft getragen ist.

Es ist so weit.
Die Nacht hat ihren Höhepunkt an Spannung erreicht.

Der Mann wird schweigend aus dem Nebenzimmer geführt und taucht in die vorbereitete Atmosphäre der beiden Frauen. Die Blonde und die Dunkle - die Hexen. Königinnen ihrer Lust. Weniges an Worten fällt. Der Mann erhält klare, kurze Anweisungen und legt sich ausgestreckt neben die Blonde. Die Dunkle kniet zwischen seinen geöffneten Beinen und zieht ihm das Hemd aus. Sie beginnt ihn zart zu küssen, doch schnell werden ihre Küsse leidenschaftlicher und heftiger. Die Blonde sitzt still, mit gestütztem Kopf, daneben und schaut zu. Manchmal schenkt er ihr einen Blick, der Blonden, zwischen einem Kuss und dem nächsten, der der Dunklen gehört. Die Blonde schaut genau und nimmt alles wahr was passiert. Sie beobachtet, wie die Wölbung, in der Mitte seines Körpers, unter der Stoffhose, größer und größer wird. Und wieder ist es dieser kleine Stich im Herzen, der sie trifft. Sie spürt ihn und weiß, dass er dazugehört.

Die Dunkle ist in voller Aktion. Gibt alles was sie hat und kann. Verwöhnt, tut, streichelt, küsst. Reibt sich mit prallem Busen an des Mannes nackter Brust. Ist einmal dort und einmal da. Seine Blicke werden verlangender, seine Hände drängender, seine Lust gieriger. Beide Körper bäumen sich auf, legen sich ab, wälzen sich aneinander, aufeinander, nebeneinander.
Sie gibt alles. Er nimmt alles.
Immer wieder schaut er der Blonden klar und direkt in die beobachtenden Augen.
Er weiß, dass sie ihn liebt. Zu oft hat sie es ihm gesagt und gezeigt. Er genießt ihr Zusehen sehr. Jetzt zieht die Dunkle dem Mann die Hose aus, er hilft ihr dabei. Schnell, schnell muss es gehen, die lästigen und überflüssigen Kleider loszuwerden. Keine Zeit zu warten.
Die Blonde denkt in diesem Moment, dass sie diese Hose nie wieder in ihrem Leben vergessen wird. Diese schwarze Hose aus weichem fließendem Stoff, mit dem Tunnelzug und dem Band zum Binden. Noch Tage später, dann wenn alles anders ist und das Leben eine große Wende genommen hat, wird sie diese Hose sehen. An ihm, dem Mann, den sie über alles liebt. Tiefsten Herzens liebt und wie ein Brennzeichen auf ihrer Haut, wird sie die gleichen Bilder vor ihrem inneren Auge sehen, die sich jetzt davor abspielen.

Bewegende verschlungene Körper vor mir. Er und sie. Panther und Tigerin. Meine Liebsten.
Stöhnen, Schmachten, Schmatzen, Hecheln, Küsse überall. Ich betrachte mit äußerer und innerer Gelassenheit das Liebesspiel der beiden. Sie tanzen mit ihrer Lust auf und ab, wie der Schaum auf bewegten Wellen. Immer wieder ein neuer Sturm von Begehren, Begierde und Wollen. Sie hat ihm gerade seine Hose ausgezogen. Noch selbst gut verpackt sind ihre eigenen Lustquellen. Ich staune wie erregt "mein Herzkönig" bereits ist. Das kleine Fetzchen seiner knappen Unterwäsche ist zu eng für seinen prallen, angefüllten Schwanz geworden. Er springt wie ein Schwert aus dem Nichts hervor. Jetzt fühle ich, dass es nicht mehr lange dauert, bis sie sich verbindend - vereinen. Ich habe Mühe meinen Kopf zu stützen, die Sitzposition aufrecht zu halten. Zwischen seiner Gier sie zu besteigen, treffen mich immer wieder diese flehenden Blicke und ich vermute Dankbarkeit in ihnen zu erkennen. Er will sie. Wieder einmal will er alles und er nimmt alles, was er kriegen kann.

Ich höre das Mantra im Hintergrund des Raumes und summe die vertraute Melodie im stillen Ton meines Herzens. Wo bleibt meine Lust? Wo ist mein Begehren?
Ich spüre keine Feuchtigkeit in mir. Unberührt im Außen sitze ich bewegt und stillstaunend im Innen dem Geschehen gegenüber. So nah, dass seine Schulter mein Knie berührt. Dann ist es gut und Nichts tut weh. Dann ist alles erlaubt. Dann darf alles sein. Und dennoch habe ich Angst, vor dem Letztendlichen, denn ich fühle, dass ich ihn für immer verliere. Es passiert gleich. Es wird jetzt geschehen. Ich sehe die Hitze der Erregung in beiden steigen. Ihr Atmen wird lauter. Ihr Stöhnen dringender und ich höre zum ersten Mal in meinem Leben, die sinnlichsten Tigerschreie einer Frau, gepaart mit leidenschaftlichem Pantherstöhnen eines Mannes. Dem Mann, dem meine ganze Liebe gehört.
Sie hat sich über ihn gegossen und es sind nur noch wenige Zentimeter bis die Durchdringung vollzogen wird.
Wie lang dauert ein Augenblick?

Er kann es kaum erwarten. Er ist steif, fest und ungeduldig.
Jetzt geschieht es. Der Augenblick ist da.
Die weiße Tigerin empfängt den schwarzen Panther. Sein Schwert durchstößt ihre Scheide und zerschneidet damit, in noch nicht erahnender Weise, das Band meiner Liebe zu ihm.
Sie schreit vor Lust und Schmerz und während ihr Laut in meine Gehörgänge dringt, vereint sich ihr Blick mit meinem. Wir erkennen uns tief in diesem Moment.
Vereint mit ihm, verbunden mit mir.

An dieser Stelle habe ich ihn zum ersten Mal losgelassen.
An dieser Stelle hat er mich verlassen.
Wieder durchdringt mich der nun schon vertraute Herzstich. Ich weiß noch nicht was folgen wird und muss, aber ich bekomme eine Ahnung wie schmerzvoll Liebesleiden ist. Es ist wie Sterben. Es tut weh. Es tut lautlos weh.

Die Geschenke sind nun überreicht. Eigentlich könnte ich gehen. Eigentlich möchte ich gehen und die beiden dem Spiel, den Taten, dem wogenden Meer von Lust überlassen.
Sie brauchen mich nicht mehr.
Eigentlich könnte ich aber auch mitspielen, dann müsste ich nicht gehen. Beides ist mir versagt und kein Wort kommt über meine Lippen. Ich wandere im Geiste aus dem Zimmer, atme tief durch, zünde eine Zigarette an, setzte mich an die geschlossene Bar und genieße das wissende Treiben im Bett, sowie die Stille in meinem Herzen.
Exakt in diesem Moment packt mich Panther unten den Knien, legt mich flach, zieht mir den Slip aus und stülpt sich wie ein Mantarochen mit ausgebreiteten Schwingen über mich, bis nur noch mein blondes Haar zu sehen ist, wie später die Tigerin, mir dieses Bild beschreiben wird.
Muskelsehne an Muskelstrang spannt er mit zärtlicher Kraft seine breiten Flügel um mich.
Er beginnt mich zu küssen. Will ich ihn jetzt wirklich küssen?
Ja, ich will. Ich will ihn immer küssen. Ich will ihn immer lieben.
Hat er gespürt, dass ich gegangen war? Fort von ihm und seiner Lust.

Tief, schnell dringt er in mich. Seine ersten Stöße rauben mir wie immer, wenn er mich heftig besteigt, den Atem, aber ich mag es so. Mit jeder seiner Bewegungen pumpt er die Lust in mir zurück. Begehren, Wollen, Verlangen umschließt nun auch mich. Ich will genommen werden. Will ihn eng umschließen, fest umhüllen, sicher in mir bergen. Während er in mich taucht, tauche ich, wie so oft, in seine tiefste Seele, die von der meint sie nicht zu haben.
Als ich zwischen den Stößen die Augen öffne, sehe ich sie: seine Seele und meine weiße Tigerin. Die Tigerin hat sich hinter ihm platziert. Ihre Körper sind so feucht, dass das aneinander Reiben ein klatschendglitschiges Geräusch ausmacht. Er hat die Augen vor Wonne geschlossen. Dringt tiefer und tiefer in mich, spürt ihren erregenden Körper und ihre Hände überall um sich. Ihr Blick ist klar und schwer an meinen geheftet und wieder ertönen ihre Tigerschreie vor Lust, aber diesmal paaren sie sich mit meinem rhythmischen Atem ...
Jetzt ist alles gut. Nichts tut mehr weh.

Jetzt sind wir dort, wo die Grenze den Horizont berührt.
Dort wo die Nacht den Tag umschlingt.
Dort wo das Meer sich im Sand ergießt.
Dort wo die Linie sich zum ewigen Kreise schließt.

Wir haben unser Aller Ziel erreicht.

Woge um Woge schließen sich mit seinen durchdringenden Stößen, ihrem kraftvollen Stöhnen und meinen betäubten Blicken, unsere bewegten Leiber zu einem genussvollen, ekstatischen Kunstwerk aus Körper, Geist und Seele - vielleicht auch der seinigen.
So treiben wir auf dem Ozean der Lust allmählich dem Gipfel, dem Lichte zu.
Der Höhepunkt - des Seins - steigt von Sekunde zu Sekunde in unser Bewusststein, um es für Augenblicke ganz auszulöschen.

Wie lang ist ein Augenblick? Ein Blick der Augen?

Mehr von Andrea:
Noch ein Text zum Thema: "Sieben Frauen",
Ein Hauch von Gefühl

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