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Philipp Schaffer

Portrait einer inneren Eiche

«Folge meinen Gabelungen und ich sage Dir, wer Du bist», raunt die jahrzehntealte Eiche, welche einen ihrer breiten Äste weit hinaus in den See streckt.
Zwei Enten schwimmen unter dem Ast durch. Jener ist mit feuchtem Moos besetzt; Farn wächst darauf.

Das Gefühl überkommt mich, mit den klatschenden Wellen in ein fernes Land zu fliessen. In ein Land des Seins. Wo nur noch die Liebe des Einen zählt. Der Ast der Eiche weist wie ein Finger in dies entlegene Reich.

Ich folge der Gabelung, weiter, immer weiter hinaus.
«Wer bin ich?» frage ich.
«Höre.»
Doch meine Ohren sind taub.
«Wer bin ich nun?» frage ich weiter.
«Siehe.»
Doch meine Augen sind blind.
«So sag mir doch, wer ich bin», bettle ich.
«Fühle», mahnt die Eiche.
Doch ich bin leer.

Da verstummt auch der Baum.
Nur noch die Wellen, der kalte Wind, das Spiegelbild des grauen Himmels auf dem Wasser...und ich.
Ich friere.
Doch plötzlich peitscht ein feiner Ast meine Wange.
«Wie willst Du Dich selbst erkennen, wie willst Du Deine Rolle im Spiel der Spiele ausmachen, wenn Du nicht einmal wahrnehmen kannst, was um Dich ist?» fordert die Eiche eine Antwort.
Ich weine.
«Gehe Deinen Weg. Deine Gedanken erschaffen die Wirklichkeit, deren Dasein nur eine von zahllosen Erscheinungsformen ist», raunt die Eiche.

Ich kehre wieder.
Tag für Tag.
Und irgendwann sage ich: «Eiche, was bist Du?»
«Wenn ich Dir das sagte», lächelt der Baum, «hieltest Du dann die Welt an?»

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