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Michael Köhn

Ach, wie schön ...

Die folgenden Gedanken schulde ich einem Betroffenen, der selber Meisterdenker im Wahn zum Mut ist. Der schreibt. Gekennzeichnet und identifiziert wird der aber vor allem durch den Geruch nach Zitrus und Gewürzen aus aller Welt:
Thymian, Cardamon, Sandelholz, Limone. Aramis. Seinem bevorzugten Rasierwasser seit Jahren.
Er selber ist warm holziger Hintergrund dafür.
Er ist Bergamotte, Patchouli, Iris, Sandelholz und Eichenmoos. Er ist frei geborenes Aramis. Von Gottchen erschaffen. Ist Borderliner in seiner Betörung, seiner Emotion. Er ist die personifizierte Suche nach Sentimentalität und Romantik. Nach Energie und Lebensgeist. Eine Persönlichkeit zwischen Neurose und Psychose.
Er tanzt auf der Grenzlinie von Phobie, Angst, Depression, einer Hyperaktivität. Held und Bösewicht ist er, und die Maßlosigkeit im Konsum von Alkohol und Drogen. Die Unordnung im sozialen Verhalten - ist er.
Er. K. Er ist K. K. bin ich.
Seine Gleichgültigkeit im eigenen Ich, ist er. Er. K. Ich.
Die Selbstverstümmelung hin zur Selbsttötung. Das ist er. Das ist K. Ich...
Ich begann nie aufzuhören ein Leben in K. zu leben; gespannt, was mich erwartete.
Manchmal fühlte K. sich wie hundertjährige Holzstufen, sehr alt, sehr ausgetreten. Je weiter er in sich vordrang, desto klarer erkannte er, dass es sich -bei ihm, K.- um eine solche und solche Persönlichkeit handelte. Erstere schien, für Außenstehende, mutwillig zu sein, letztere unsicher, und die setzte auch oft aus. Sein Hirn fühlte sich dann unfassbar an, wie die Tatsache als hätte seine Seele sich im Kopfballspiel daran zertrümmert; wieder so, als beobachte er sich als -ihm-K.- Fremder auf der anderen Straßenseite. So war ihm oft. So war K. fastoftimmer.
Kam er von woher, hatten die anderen nur noch betreten zu schweigen. Die hatten nichts. Er, K., war Aramis, Borderline. Er. Er gehört zur Familie der Chypre-Düfte. K. eben. Ich. Wir Mafiosi.
Die Polizeistatistik stellt sich aber diese Frage nicht. So bleiben nur Mutmaßungen über ihn, K. Sollte man ihn verurteilen? Diese Frage stellte er sich nicht. Er war hier. Da wo die ihn hinhaben wollten. Da. Ihm war es Angriff auf eine Minderheit; auf K. den aramisiatischen Borderliner. Auf Sandelholz. Auf die Persönlichkeit im Eichenmoos.
Bei den Delikten Mord, Totschlag, Raub und räuberische Erpressung liegt der Ausländeranteil um dreißig Prozent. Borderliner sind wenige darunter. K. ja.
Er hatte schon. Obwohl, er war Inländer; jedenfalls in Deutschland. Noch.
Es ist nicht zwingend, dass eine sog. frühe Beziehungsstörung bei ihm vorliegt. Gut und Böse zu spalten war auch anderer Leute Ding.
Er, K. hatte gar nicht erst gelernt zu verdrängen. Nicht sich, etc. Nicht den Mechanismus der Spaltung. Den auch nicht. Nicht, ob er in Wirklichkeit ein Schwein. Ein Defekt, eine Zwickmühle, ein Mord, Totschlag, Raub - ein K. Ein Borderliner. K. könnte ein Algerienkrieg sein, Vietnam, Kongo, ein Afghanistan. Kino. Ein frühes Spanien im Bürgerkrieg, wie im Urlaub. Mallorca 1968. Ibiza 1976. Ein Hippie. Deutschland einig Vaterland im Rausch von Asta und einem Abo bei der Apo. Ein spät gebliebener Adenauer, früher Erhardt, eine Zigarre, Marke Havanna, eine Kubakrise, Kennedy, Tod am Stück, Bundespräse Lübke, ein Kanzler Kohl. Ein dickes doppelle K. Ein Nationalbomber-Müller. Ein Weltmeister unter Bordern. Ein satter Krieg im Fußballspiel. Er, K. Fett von Erfolg. Und nicht nur er. Alle...
Dem kann er von der Theorie zustimmen. Die besagt nämlich, dass wer nähmlich mit h schreibt - dähmlich ist. Und dies aufgrund der Spaltung im Wechsel zwischen intensiver Beziehung von K. zu H. ; die deswegen nicht stattfindet. Nicht !H! in nämlich dämlich. Und dass es ihm nicht gelingt Beziehungen länger -als nötig- zu erhalten. Nicht die Rechtschreib(e)reform. Außerdem steckten sie ihn deshalb in die Psychiatrie. Wegen H., den er umbrachte.
Er ließ H. zweikommadrei Liter weiße Farbe saufen. Mehr war nicht da. Mehr ging auch nicht rein.
H. war Chinese. Import aus der DDR. Der sollte endlich weiß werden und Kapitalist, und nicht immer so dämlich dahergrinsen, weil die Chinesen das Schießpulver erfunden hatten, Porzellan, so schlitzig lachen. So nicht.
Nun wollte er dringend rausbekommen wer das war; ein immer gelber H.? Deswegen steht er ständig an der Wand, weiß, Himmel - gelb, Geruch: Aramis - vom dranschlagen seines Schädels; sinnierend ins Sandelholz. Bleibt ohne Antwort. Der Meisterdenker mit Wahn zum Mut. Ja, mit Wahn...
Falls auch sie betroffen sind, sich erkennen, Farben, eine Person kennen - die gelb, braun, weiß, schwarz - die Borderliner ist, ein A. B. HIJKLMNOP etc., dann würde ich mich - und K., freuen, um ihre Anregungen, Erfahrungen und Ergänzungen zum Thema. Schreiben sie es auf; warum lebt man sonst. Er, K.?
...schreiben sie...

2003 by michy

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