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Leopoldine Schrappeneder

Ich sehe in dein Angesicht (Antlitz)

Gerne erinnere ich mich an meine Großmutter, sie hat mir viel aus ihrem Leben erzählt. Die beiden Weltkriege, die sie erlebt und überlebt hat, oder Kaiser Franz Josef, den sie noch gesehen hatte, sie war 1983 geboren.

Als ich dann 12 war, durfte ich sie allein besuchen und verbrachte manchen Nachmittag bei ihr.

Ich war zwar nicht ihr Lieblingsenkel, doch sie genoß es sehr, wenn ich mit ihr Karten spielte, oder nur ihren Erzählungen lauschte, nachdem sie ein Spiel gewonnen hatte.

Großmutter war Diabetikerin und unzählige Male im Spital, 1967 zum letzten Mal.

Sie war mit einer Lungenentzündung eingeliefert worden, die Aufgrund ihrer Diabetes um einiges schwerer war.

Jeden zweiten Tag durfte ich sie besuchen. Ich saß an ihrem Bett und wir malten uns dann aus, wie wir wieder bei ihr zu Hause Karten spielen und sie mir aus ihrem Leben erzählen würde.

Einen Polster brachte ich ihr, damit sie höher liegt und leichter Luft holen konnte und erzählte von meinen kleinen Erlebnissen.

Eines Tages, als ich sie besuchen kam, lag sie lächelnd im Bett und meinte, nun wäre sie nicht mehr lange hier. Sie lag in einem großen Krankenzimmer mit bis zu 30 Patientinnen und freute sich schon darauf, wieder in ihrem Bett zu schlafen um eine ruhige Nacht zu verbringen.

Sie runzelte lustig ihre Stirn, wissend, daß ihre buschigen Augenbrauen dabei auf und ab wackelten, was mich schon als kleines Mädchen fasziniert hatte. Wir lachten und ich durfte ihre Haare frisieren und zu einen Knoten binden, damit sie zur nächsten Visite schön war. Zum Abschied gab ich ihr ein Bussi auf die Wange und versprach übermorgen wieder zu kommen.

Am nächsten Tag bekamen wir überraschenden Besuch von meiner Tante. Sie teilte uns mit, daß Gro0mutter in den frühen Morgenstunden gestorben war.

Meine Mutter, die selber nie ganz gesund war, litt sehr unter dem Verlust ihrer Mutter.

Einige Tage später war Großmutters Begräbnis. Ich hatte Angst davor, ich hatte gehört, man müsse in den offenen Sarg hinein schauen und die toten Menschen seien furchtbar anzusehen.

Eine Stunde vor dem Begräbnis versammelte sich die Familie in der Aufbahrungshalle des Friedhofes. Ich durfte meine Mutter stützen und mit ihr zum Sarg meiner Großmutter gehen, um Abschied von ihr zu nehmen.

Friedlich schlafend, mir gefalteten Händen lag sie da.

Nichts fürchterliches oder entstellendes war an ihr. Eigentlich sah sie so aus, als ob sie betend eingeschlafen wäre.

Tränen flossen Mutter und mir über die Wangen und in stiller Zwiesprache versprach ich Großmutter, immer gut zu meiner Mutter zu sein.

Ich wußte wie gern Großmutter ihre Kinder hatte, ganz besonders meine Mutter, die selber immer kränkelte.

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