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Auszug aus der Fantasy-Saga Ragnor:

Mitternacht war kaum vorbei, als Menno das Zeichen zum Aufbruch gab. Er nahm den Enterhaken auf, stellte sich in Position, holte Schwung und ließ den dreizinkigen Haken einige mal kreisen. Dann schleuderte er ihn mit einer locker wirkenden Bewegung über die gut zehn Schritt hohe Mauer. Der Haken schlug nicht laut scheppernd auf Stein, wie sie insgeheim befürchtet hatten, sondern es war lediglich ein dumpfer Schlag zu hören. Sie verharrten einen Moment regungslos und lauschten, ob jemand von der Wachmannschaft etwas mitbekommen hatte und sich oben etwas rührte. Aber es blieb, zu ihrer großen Erleichterung, ruhig. Menno zog nun das Seil an, bis der Haken Widerstand fand, dann zog er noch einmal fest daran und drehte das Seil dabei in verschiedene Richtungen um sicher zu gehen, daß er auch fest saß.
"Also gut, ich klettere als Erster rauf", flüsterte er Maramba und Ragnor zu. "Ragnor kommt dann nach, wenn ich oben geprüft habe, ob die Luft rein ist. Ich werde dann kurz zweimal am Seil ziehen, wenn du nach kommen kannst. Maramba folgt dann unverzüglich nach."
Die beiden Angesprochenen nickten kurz, was Menno befriedigt zur Kenntnis nahm. Er zog das Seil straff und begann dann schnell und geschmeidig wie eine Katze am Seil die Mauer hoch zu klettern.

Auf der Mauerkrone angekommen, schwang er sich leise auf den hölzernen Wehrgang und sah sich um. Es war niemand zu sehen, nur unten am Torhaus und drüben am Palais brannten ein paar Fackeln, die den Burghof in ein schummriges rotes Licht tauchten. Das Mondlicht hingegen wurde in der Enge der Burg von den hohen Mauern fast vollständig verschluckt und trug nur wenig zur Ausleuchtung des Innenraumes der Burg bei.

"Sehr gut", dachte Menno. "Wir sind auf dem Wehrgang so gut wie unsichtbar, selbst vom Bergfried aus, solange wir im Schatten der Zinnen bleiben."

Er vergewisserte sich, daß der Enterhaken weiterhin fest im Gebälk des hölzernen Wehrganges festsaß, bevor er Ragnor das vereinbarte Zeichen gab.

Kurze Zeit später waren Ragnor und Maramba ebenfalls auf dem Wehrgang und Menno entfernte den Enterhaken aus dem Gebälk, rollte das Seil zusammen und verstaute beides in einer Mauernische. Dann winkte er seine beiden Freunde in den Schatten eines Eckturms und erläuterte leise die weitere Vorgehensweise: "Wir werden jetzt als Erstes die Doppelstreife ausschalten und ich denke, hier ist ein guter Platz. Maramba und ich werden uns links und rechts hinter dem Turmdurchgang postieren, um sie von hinten zu erledigen, wenn sie an uns vorbei sind. Im Turmdurchgang geht das leider nicht, da im Inneren des Durchganges eine Fackel brennt, wenn wir die jetzt löschen, erregen wir vielleicht ihr Mißtrauen und sie schlagen Alarm, ohne den Durchgang zu betreten. Ragnor wird sich mit seinem Bogen in der dem Durchgang nächst gelegenen Mauernische der Schildmauer postieren, um mit einem gezielten Schuß einzugreifen, falls etwas schief geht."

Ragnor und Maramba nickten zustimmend und nun begann das Warten auf die Wächter. Ragnor spannte seine Bogensehne ein und wählte zwei Pfeile mit messerscharfen Stahlspitzen aus, während Menno und Maramba sich an den entgegengesetzten Enden des Wehrganges postierten, um die Ankunft ihrer Gegner rechtzeitig melden zu können, da sie nicht wußten in welcher Richtung die Wachen ihre Runden über die Wehrgänge drehten. Kaum war er damit fertig, kam Maramba zurück und meldete die Wachen kämen aus seiner Richtung. Ragnor zog sich in seine Mauernische zurück, während Menno und Maramba ihre Position am Durchgang einnahmen. Ragnor, in seiner Nische, hörte nun die Wachsoldaten, wie sie sich mit schweren Schritten langsam näherten. Die beiden Kriegsknechte unterhielten sich angeregt und schienen recht sorglos zu sein.

"Um so besser", dachte Ragnor bei sich. "Dadurch wird das Risiko, daß sie Menno und Maramba bemerken, noch geringer."

Die Schritte wurden dumpfer, woran er erkannte, daß die beiden nun den Turm betreten hatten. Er brachte seinen Bogen in Bereitschaft und spürte wie seine Anspannung sich langsam dem Höhepunkt näherte.

Dann ging alles sehr schnell. Die beiden gerüsteten Männer traten durch den Durchgang und seine beiden Freunde handelten unverzüglich. Menno zog seinem Gegner von hinten den Dolch durch die Kehle und Maramba brach dem seinen mit einem schnellen Griff das Genick. Kein Laut war zu hören, außer dem leisen Knacken, als das Genick von Marambas Wächter brach. Maramba und Menno fingen ihre Gegner ab, damit sie keinen Lärm beim Aufschlag auf den Wehrgang machten und legten sie vorsichtig auf die roh gehobelten Bretter. Ragnor nahm den Bogen herunter, ging hinüber und half seinen Freunden, die beiden Toten im Turmdurchgang zu verstauen. Dann löschte Menno die Fackel, die dort gebrannt hatte und sah sich zufrieden um. Die beiden Leichen waren in der Dunkelheit, die nun im Inneren des Turmes herrschte, nicht mehr zu sehen, wenn man den Durchgang im Dunkeln ohne Fackel passierte.

"Das hat ja hervorragend geklappt", kommentierte Menno die problemlose Ausschaltung der Streife und fuhr dann gleich ungeduldig fort, wie es so seine Art war: "Aber nun kommt der wichtigste Teil unseres Unternehmens. Die Ausschaltung der Torwache. Den Mann im Bergfried können wir vernachlässigen. Bis der eingreifen kann, müssen unsere Männer schon in der Burg sein. Außerdem kann man vom Bergfried aus, das Torhaus nicht einsehen und bis der kapiert, was los ist, ist die Sache hoffentlich schon gelaufen. Falls nicht, dann sind wir drei entweder tot oder gefangen."

Er grinste dazu grimmig, wobei sein geschwärztes Gesicht zum Fürchten aussah und setzte dann aufmunternd hinzu: "Aber das werden wir drei wohl zu verhindern wissen".

Diesem Kommentar war nichts hinzu zu fügen und die drei Freunde machten sich auf den Weg zum Tor. Am Torhausturm angekommen, stiegen sie vorsichtig die enge Steintreppe nach unten. Maramba ging vorne weg, um herauszufinden, wo sich die beiden Wachen aufhielten, denn er konnte sich am leisesten bewegen, aufgrund der weichen Ledermokassins, die er anstatt von Stiefeln trug. Er hatte sich immer dagegen gewehrt, Stiefel zu tragen, weil er sagte, daß ihn das zu sehr beengen würde. Menno und Ragnor folgten ihm langsam und warteten dann, wie abgesprochen auf der Plattform des ersten Stockwerkes, auf seine Rückkehr. Maramba war schnell zurück und berichtete, daß die beiden Wächter in einer Stube neben dem Tor saßen, Bier tranken und sich unterhielten. Diese Stube hatte zum Tordurchgang hin ein Fenster, das bei Marambas Besuch offen gestanden hatte. Außerdem war in der Stube als Alarmvorrichtung eine große Glocke installiert, die sicherlich, wenn sie betätigt wurde, in der Lage war, sofort die gesamte Burg aufzuwecken. Ob die Tür zur Stube sich von außen öffnen ließ, konnte Maramba nicht mit abschließender Sicherheit sagen, aber er ging davon aus, daß sie nicht von innen verriegelt war.

Menno überlegte einen Moment und fragte dann nach: "Können wir die beiden vom Fenster her ausschalten?"

"Ich denke schon", antwortete Maramba. "Sie sitzen ungefähr acht Schritt vom Fenster weg an einem Tisch. Das Innere wird von einer großen Öllampe auf dem Tisch recht gut beleuchtet."

"Das ist gut", meinte Menno. "Ich denke, Ragnor und ich werden versuchen, die beiden Wachen vom Fenster aus auszuschalten. Ragnor nimmt den Bogen und ich ein Wurfmesser. Im selben Moment wird Maramba in die Stube stürmen, um nachzuhelfen, falls wir einen von ihnen nicht richtig erwischen sollten und um auf jeden Fall zu verhindern, daß einer der beiden die Glocke erreicht."

Im Tordurchgang angekommen, postierte sich Maramba an der Tür, während Menno und Ragnor sich, nachdem sie kurz ins Innere gespäht hatten, um ihre Ziele zu identifizieren, links und rechts vom Fenster aufstellten, Ragnor seinen Bogen mit aufgelegtem Pfeil und Menno ein Wurfmesser in der Hand. Auf Mennos Kopfnicken hin, öffnete Maramba die Tür. Die beiden Wachleute blickten überrascht von ihren Krügen auf. Doch bevor sie wußten, wie ihnen geschah, stürzten sie mit durchbohrten Kehlen tot rückwärts über ihre Stühle zu Boden.

"Hervorragend gelaufen", kommentierte Menno die Aktion. "Aber wir wollen uns beeilen, nicht daß uns doch noch jemand überrascht, weil er den Krach gehört hat. Maramba und ich machen das Tor auf und Ragnor löst die Zugbrücke, sobald Hauptmann Kufur das vereinbarte Zeichen beantwortet hat. Ragnor sichert uns dann mit seinem Bogen den Rücken, nachdem er die Verschlußvorrichtung der Brücke geöffnet hat, bis wir das Tor offen haben und die Kaarborger in der Burg sind."

Der bärtige Seemann ließ drei Käuzchenrufe erschallen, die prompt von draußen beantwortet wurden. Während Menno und Maramba sich daran machten, den schweren eisenbeschlagenen Torbalken herauszunehmen, um das Tor zu öffnen, schlug Ragnor den Verschlußbolzen der Zugbrücke mit einem großen Holzhammer, der neben der Verschlußvorrichtung hing, zur Seite und die Brücke begann sich langsam rasselnd über den Burggraben herab zu senken. Unverzüglich, nachdem sich die Brücke hörbar in Bewegung gesetzt hatte, nahm der Junge seinen Bogen und den Köcher auf und lief, wie vereinbart, schnell zum anderen Ende des Torhauses, um seine Freunde, die immer noch dabei waren, den Verschlußbalken heraus zu wuchten, gegen Angriffe aus der Burg zu schützen. Am hinteren Torbogen des Torhauses angekommen, spähte er zum Palais hinüber und erkannte sofort, daß dort das laute Rasseln der Zugbrücke bemerkt worden war. Nacheinander erhellten sich einige dem Burghof zugewandte Fenster. Kurz darauf kamen zwei halb gerüstete, nach den Torwächtern rufende und mit Schwertern bewaffnete Männer aus der Eingangstür des Palais gestürzt. Ragnor handelte entschlossen und erledigte die beiden mit zwei gezielten und so schnell hintereinander abgegebenen Schüssen, daß es den zwei Kriegsknechten nicht einmal mehr gelang, die zwölf Stufen, die vom Eingang des Palais zum Burghof hinab führten, ganz herunter zu laufen. Dann mußte er nicht mehr weiter eingreifen, denn in diesem Moment stürmten die Kaarborger Soldaten, unter Führung von Hauptmann Kufur, an ihm vorbei die Treppe zum Palais hinauf und drangen durch die weit offen stehende Tür ein. Dabei machten sie zwei weitere Bewaffnete nieder, die sich ihnen dort in den Weg stellen wollten.

Menno, Maramba und Ragnor warteten am Tor, denn aufgrund ihrer fehlenden Rüstung hatten sie mit Hauptmann Kufur vereinbart, sich im Hintergrund zu halten, außer ihr Eingreifen würde unbedingt notwendig werden.

Die drei Gefährten standen gespannt am Tor, während der Kampflärm die Burg durchraste. Schwerter klirrten, rauhe Männerstimmen fluchten oder riefen Befehle und hin und wieder war auch der angsterfüllte Schrei einer Frau oder möglicherweise auch eines Kindes zu hören. Ragnor machte die untätige Warterei ganz verrückt, denn er fürchtete um das Leben von Lars und Tana. Menno mußte ihn ernst ermahnen, um ihn daran zu hindern, unverzüglich ins Palais zu laufen um nach den beiden Alten zu suchen.

Dann schien es endlich vorbei zu sein, denn der Kampflärm ebbte langsam ab und tatsächlich meldete kurz darauf ein Läufer den drei Freunden, daß der Widerstand gebrochen sei und sich die Burg nun vollständig in der Hand der Kaarborger befand. Man hatte bereits begonnen, die unterirdischen Kavernen des Palais, in denen sich unter anderem auch die Verliese befanden, zu durchsuchen. Hauptmann Kufur ließ sie durch seinen Boten bitten, nun ebenfalls ins Palais zu kommen um bei der Befreiung und insbesondere bei der Identifizierung der Gefangenen mitzuwirken. Sie betraten das Palais, das nun von vielen Fackeln, die in bronzenen Wandhaltern steckten, hell erleuchtet war. Es lagen einige Tote im Gang herum aber Ragnor erkannte erleichtert, daß keine Frauen und Kinder und auch keiner der Kaarborger Milizionäre darunter war.

Hauptmann Kufur begrüßte sie, sichtlich zufrieden, am Abgang zu den Kavernen mit den Worten: "Die Eroberung der Burg war ein Kinderspiel, Dank eurer Kletterkünste. Aber zur Bestandsaufnahme und zum Feiern haben wir später Zeit. Wir durchsuchen gerade das Palais und die beiden Kavernensysteme unter der Burg. Bitte teilt euch so auf, so daß wir eure Gefangenen schnell finden können."

Das Gangsystem in das Ragnor in Begleitung zweier Milizionäre hinab stieg, war nur teilweise gemauert, da es zu einem guten Teil direkt aus dem massiven Fels geschlagen worden war. Sie stiegen die Treppen ins Erdgeschoß hinab und passierten dabei einige bereits geöffnete Vorratsräume, die bereits reichlich mit Vorräten aller Art bestückt waren. Dabei kamen sie an der Folterkammer vorbei, die über und über mit üblen Instrumente bestückt war, auf denen deutliche Blutspuren von einem häufigen Gebrauch der Folterwerkzeuge kündete.

Ragnor beschleunigte seine Schritte, als der das sah und eine schreckliche Angst um Lars und Tana kroch unerbittlich in ihm hoch. Es wurde ihm erst jetzt klar, zu welchen Grausamkeiten dieser Kastellan offensichtlich fähig war.

Sie stiegen eine weitere Ebene auf den in den Fels gehauenen Stufen hinab und wurden dort bereits von einem weiteren Soldaten mit einer Fackel erwartet, der meldete: "Wir haben nur zwei Gefangene in diesem Trakt gefunden. Ein Mädchen und eine jüngere, leider bereits tote, Frau. Bitte folgen sie mir. Ich werde euch zu ihnen führen."

Ragnor war enttäuscht, daß sich Lars und Tana offensichtlich nicht hier in diesem Kavernentrakt befanden. Einen Moment war er versucht, umzukehren. Doch dann besann er sich anders. Maramba und Menno suchten ja bereits die anderen Bereiche ab und deshalb folgte er den Soldaten zu der Zelle am Ende des Ganges, wo sich das gefangene Kind und die Tote befinden sollten.

Er betrat die kahle und kalte Zelle, die keinerlei Möbelstücke enthielt und deren Boden lediglich mit einer Lage schmutzigen Strohs belegt war. Es stank bestialisch nach Exkrementen, doch das nahm er kaum wahr, denn sein entsetzter Blick fror an der geschundenen Frauengestalt fest, die angekettet an der Wand hing. Wie in Trance trat der Junge näher und sah, daß die junge Frau, die ehemals sehr schön gewesen sein mußte, gnadenlos geschunden worden war. Ihr stark abgemagerter Körper war über und über mit Wundmalen übersät und es waren ihr offensichtlich Finger- und Zehennägel brutal herausgerissen worden. Schaudernd wandte sich Ragnor ab und wandte sich der kleinen Gestalt zu, die gerade von einem der Soldaten in eine warme Decke gehüllt wurde. Er blickte in das kleine abgemagerte Gesicht mit den geschlossenen Augen und fragte den Soldaten, der sie, ebenfalls erschüttert über das, was er hier gesehen hatte, wie ein Baby im Arm hielt: "Wie geht es ihr denn? Ist sie schwer verletzt?"

"Ich weiß es nicht genau. Sie lebt zwar, ist aber sehr schwach und wurde bewußtlos, als wir ihr die Ketten abnahmen", antwortete der Soldat mit belegter Stimme und fuhr dann erschüttert fort: "Ich habe selbst eine kleine Tochter im selben Alter. Wie kann ein Mensch einem Kind so was antun? Ihr Körper ist über und über mit blauen Flecken übersät. Sie müssen sie brutal geschlagen haben. Ama sei Dank, hat sie keine offenen Wunden und auch Knochenbrüche konnte ich bei meiner ersten Untersuchung nicht feststellen."

Ragnor wurde von dieser Szene vollkommen gefangen genommen, daß er seine Sorge um Lars und Tana für einen Moment vergaß und sagte spontan zu dem Soldaten: "Bitte geben Sie mir das Mädchen. Ich werde sie nach oben bringen, damit sie versorgt werden kann"; und mit einem Blick auf die Tote an der Wand fügte er hinzu: "Nehmt die Tote bitte ab und hüllt sie in eine Decke. Wir wollen ihr wenigstens ein ordentliches Begräbnis zukommen lassen, wenn wir sonst schon nichts mehr für sie tun können."

Der Milizionär nickte zustimmend, übergab im vorsichtig die Decke mit dem Mädchen und machte sich mit einem seiner Kollegen daran, der Frau die Ketten abzunehmen, während der dritte Soldat los lief, um eine weitere Decke zu holen. Ragnor wartete nicht ab, bis sie ihre Arbeit beendet hatten, sondern ging mit dem Mädchen auf den Armen durch den Felsengang zurück. Sie war so leicht wie eine Feder, so daß er einige Male schon befürchtet hatte, er hätte sie verloren oder trüge nur eine leere Decke mit sich herum. Dies veranlaßte ihn, immer wieder in ihr blasses Gesicht zu schauen, um sich zu vergewissern, daß sie noch da war. Als er die Folterkammer passierte, bewegte sich das Kind plötzlich, stieß einen angstvollen Schrei aus und versuchte sich zu wehren. Ragnor zog sie fest an sich, damit sie sich nicht versehentlich verletzte und sagte, um sie zu beruhigen, mit freundlicher Stimme: "Du mußt keine Angst haben. Es ist alles wieder gut. Wir haben dich befreit. Niemand wird dich je wieder schlagen."

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