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Jürgen Heimlich

Leben ist anderswo

Wenn es mich zu Spielplätzen treibt,
Die von Kindern bevölkert sind;
Erinnere ich mich träumend an diese
Glückseligkeit, die einst in meinem
Kinderherzen wohnte.
Da war ich fröhlich und unbekümmert,
Während ich Schaukel und Rutsche
Mit meinen kleinen Augen erblickte.
So bin ich selbst jetzt als
Altes Kind verträumt, wenn so ein
Kinderparadies mich lockt
Inmitten von Zerstörung und Angst.
Setze mich ins Gras -
Lasse mir die Sonne auf den Bauch scheinen -
Beobachte die hoffnungsfrohen Plagegeister,
Wie sie sich trotz Streitigkeiten vertragen;
Nur sehr selten böse sind.
Sie verkörpern Mut und Kraft
Gebündelt in bunten Kinderköpfen.
Ich will gern nochmals Kind sein!
So wie sie
Sandburgen bauen und runde
Träume träumen.

Je älter ich werde,
Desto mehr scheine ich mich
Von diesen Freuden zu entfernen.

Das Leben ist anderswo:
Nicht hier in dieser Trostlosigkeit,
Die mich kalt macht.
Eher noch auf den Spielplätzen,
Wo sich Kinder tummeln!
Nie dort, wo es scheinbar
Geschieht und sich fortpflanzt.
Will nicht dazugehören
Zu den leeren Konservendosen;
Hohl und dumpf getreten -
Lebenslang verbannt zu sinnlosen
Ersatzexistenzen tot vor der
Zweiten Geburt ins Mittelalter.
Meine auch die komplexbeladenen
Halbstarken ausgebrannt von
Dummheit und Gier;
Blendend all die Schwachen,
Die sich nicht zur Wehr setzen können
Gegen unbarmherzigen Mißbrauch ihrer selbst.
Jene, die Kinderparadiese mutwillig
Zerstören geleitet von unstillbarem Haß
Auf die Liebenswürdigkeit der unschuldigen Erdenbürger.
Verbringen lärmend ihre Tage
Auf der Endstation menschlichen
Einfühlungsvermögens die Zeit abtötend
Wie lästiges Ungeziefer,
Das sich unter ihren Krallen quält.
Die Ausgeburten bewiesener Scheinrealität!

Nicht eine Sekunde zählte ich
Zu diesen Radaubrüdern,
Die viel zu zahlreich
Behaglichkeit verunsichern.

Ich will zu den Kindern gehören:
Ein Leben lang bis ins hohe Alter
Mich zu den Träumern zählen,
Um nicht an dieser Leblosigkeit
Meines Rattenkäfigs zu ersticken.
Möchte mich mit ihnen im Kreis drehen;
Ihre Spiele spielen!
Ihnen den größten Wert beimessen,
Den sich menschliche Wesen verdienen.

Die Spielplätze lassen mich hoffen!
So lange sie noch nicht alle zerstört sind
Wird es Orte geben,
Die Lebendigkeit und Vernunft in sich tragen.
Schützen und achten wir sie;
So wie wir die Kinder schützen und achten sollen -
Wozu wir gar zu selten bereit sind.

Ich weiß, daß sich Leben nicht hier abspielen kann!
Versuchen wir schnell andere Vorstellungen von Leben
Abzutasten, um endlich der Niederlage gewiß
Unsere Maßstäbe voll und ganz zu ändern!
Sonst werden bald keine Kinderspielplätze mehr stehen.

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