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Josef D. Pucher

Das Verbrechen

Ein ekliger Geruch hängt in der Luft. Noch schlimmer als zu Hause. Der Geruch von Menschen ohne weiteren Lebenswillen dringt tief in die Nase des Jugendlichen ein. Wie konnte das nur alles passieren? Nun ist es zu spät.
Gerade noch war er friedlich zu Hause. Vielleicht führte er ein nicht so angenehmes Leben, aber er war friedlich zu Hause. Vielleicht waren seine Eltern nicht die Besten, aber er war friedlich zu Hause. Nun fiel ihm wieder seine Untat ein, die er begangen hatte. Eine Untat, die er sonst nur aus dem Fernsehen kannte, ist Realität geworden. Nie hätte er es sich zugetraut, so etwas Schlimmes zu machen. Doch jetzt ist es geschehen. Er bereut es. Oh ja, er bereut es. Doch was nützt das schon, wenn man einen Mord begangen hat.
"Der liebe Luka", haben sie immer gesagt, "dieser nette Junge". Und dann passiert so was. Was werden sie wohl nun denken? Wahrscheinlich werden sie ihn gar nicht besuchen kommen.
Wahrscheinlich werden sie sehr enttäuscht sein von ihrem "lieben Luka". Plötzlich wurde ihm unwohl, als er an seine Eltern denken musste. Sie wurden bestimmt schon verständigt, dass sich ihr Sohn nun an diesem Ort befindet. Richtig grauenvoll sieht es hier aus. Doch nun ist es zu spät. Das Leben ist zu Ende.
Sie haben sich nie sehr um ihn gekümmert, seine Eltern. Viel getrunken und geraucht haben sie immer. In der Wohnung herrschte immer Unordnung. Der Geruch des Alkohols zog durch das gesamte Haus. Richtig eklig war es zu Hause, aber nicht so schlimm wie hier. Von den Menschen hier kann man richtig Angst bekommen. Sie sehen ihn an, als wollen sie ihm gerade etwas antun. Keine Minute länger wollte er an diesem Ort bleiben. Die zwei Stunden, die er hier war, haben ihm schon genügt. Er bereut es, dass er so etwas Schlimmes getan hat. Eigentlich ist Christoph ja einmal sein Freund gewesen. Aber das war lange her. In den letzten Jahren war er richtig grauenvoll zu ihm. Christoph, sein alter Freund, den er seit Kindheit an kennte, drohte ihm mit dem Messer. Doch jetzt ist er selbst tot. "Bring mir morgen 100 Euro mit, sonst steche ich dir die Kehle durch", drohte er des Öfteren. Dreimal ist Luka seinen Drohungen nachgegangen. Beim vierten Mal hatte er eine Pistole mitgenommen. Und den Schuss durch den Kopf hat Christoph nicht überlebt.
"Das Weglaufen hat dir wohl nichts mehr genützt", sagt der Wachmeister gerade, als ob er Luka Gedanken gelesen hätte. Luka antwortete nicht. Stattdessen blickt er kurz zu den anderen Personen in seiner Zelle zurück. Zwei muskulöse Typen waren das. Er konnte sie bis hierher riechen. "Die sind schon sieben Jahre hier", sagt der Wachmeister, "dir wird das auch blühen".
Ein anderer Wachmeister kommt auf die Zelle zu. Es ist Besuch gekommen. Unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen wird Luka zu seinen Eltern geführt. Tränen laufen ihnen übers Gesicht. Der Alkoholgeruch ist noch angenehmer. Angenehmer als der Geruch der Zelle. Doch zu seiner Verwunderung sind sie nicht zornig. Zusammen sprechen sie über die Gerichtsverhandlung morgen. Er hatte Angst. Angst, dass er für immer hier bleiben müsste. Angst, dass sein junges Leben nun zu Ende sei.

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