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Joschi Anzinger

Die Krone der Schöpfung
Neuigkeiten aus Schmähgypten

Als der Schöpfer in nur sechs Tagen die Welt erschuf, hatte er alle Hände voll zu tun und der Stress war trotz seiner göttlichen Allmacht schier unerträglich. Es gab ja noch keine Computer und kein Telefon, kein Fax und auch kein Internet, sondern der Meister war auf seine göttliche Inspiration und auf seine Vorstellungskraft angewiesen. Er war aber auch an die Anweisungen seines Chefkonstrukteurs, des Allseienden gebunden, von dem er alle Pläne und Vorgaben erhielt, damit die Welt später nicht aus ihren Angeln gehoben werden konnte. Der Schöpfer werkte Tag und Nacht und formte die Welt aus Sternenstaub, hing einen golden brennenden Wagen mit geflügelten Rossen an den Himmel, welcher über Äonen von Jahren einmal am Tag eine brennende Fuhre als Lichtborn und Wärmequelle über das Firmament zogen, sodass sich Licht und die große Finsternis trennte und Leben und Wachsen möglich wurde.
Der Schöpfer schuf alles was sich regt, was keucht und fleucht und zu Land, zu Luft oder zu Wasser lebt. Weil er aber schon in Zeitnot war, und am sechsten Tag noch immer kein Geschöpf hatte, das dem Allseienden ebenbürtig war, nahm er spornstreichs einen Affen zur Hand, hauchte ihm die sieben Tugenden Weisheit und Gerechtigkeit, Sanftmut und Treue, Ehrlichkeit, Liebe und Glauben ein und übergab ihn seinem Geschick. Doch der Schöpfer hatte in seiner Hast die Tugenden Elohims mit den Todsünden Urians, dem Herrscher des Schattenreichs verwechselt, und das Unglück nahm seinen Lauf.
Das neu geschaffene Wesen nannte er Homo Sapiens und es hatte plötzlich die ungewollten Eigenschaften Wohllust und Neid, Hochmut und Habsucht, Zorn, Völlerei und Trägheit intus. Als der Schöpfer den Irrtum bemerkte, impfte er dem Individuum noch eine Doppelampulle Moralin als Gegenmittel ein, um die Wirkung der dunklen Eigenschaften Urians etwas zu mildern, aber es war dereinst zu spät. Die Menschen rotteten sich bereits zu Horden zusammen, unterwarfen sich die Natur und ihre Kreaturen, vermehrten sich rasant und bekämpften sich gegenseitig bis auf den Tod. Sie plünderten, und brandschatzten, unterdrückten sich gegenseitig, metzelten sich dahin, sie machten sich die Erde untertan und das ist bis heute so geblieben, denn die Wirkung des Gegenmittels Moralin wurde immer schwächer. Die Wissenschaft forscht fieberhaft danach, um Moralin künstlich herzustellen, doch sind bis jetzt alle Versuche gescheitert.
Der Schöpfer ist längst in einer anderen Galaxis gegenwärtig, um neue Welten zu erschaffen. Als das Allseiende sah, welchen Bastard er geformt hatte, nannte er ihn Homo Bastardiensis um, und überließ ihn in seiner Welt seinem Schicksal. Aber das Allseiende baut und erschafft unentwegt weiter, denn immer wieder kommt es vor, dass sich das Leben auf einem Planeten selber vernichtet, denn auch Welten können krank werden, oder von Parasiten befallen werden und sterben, ebenso unsere Welt. Sie leidet an der unheilbaren Krankheit Homo Bastardiensis, welche sie irgendwann dahinraffen wird.
Alsbald nahmen diese Geschöpfe, dessen Vorfahren heute noch auf Bäumen leben, ihre Welt in Besitz und verdrängten ihre Mitgeschöpfe immer mehr. Sie bildeten Staaten und Monarchien, Staatenbünde und Diktaturen. Sie krönten ihre Häupter, schmiedeten Waffen und bildeten Heere, um ihre Länder zu verteidigen und fremde Gebiete zu erobern, zu unterwerfen und auszubeuten. Staaten erschufen sich und zerfielen wieder, Unternehmen beuten die Umwelt und die Bevölkerung aus, um sich von neuem zu bündeln, und so ist es nicht verwunderlich, wenn die Herrscherhäuser immer pompöser wurden und ihre Könige und Ritter immer dreister agierten.
Heute wird die Welt von einem Dreierbündnis beherrscht, welches weite Teile der Kontinente unter seine Kontrolle gebracht hat. Zum Geheimbund mit dem Namen Globus Drei gehören die Gepeinigten Staaten von Jammerika, welche ihre Ureinwohner fast ausgerottet haben, und der Rest vom Arschauer Packt, das sogennte Frustland, in denen Selbstbestimmung noch immer ein Fremdwort ist, außerdem die Neuropäische Union, die neurotisch versucht, dass sie nicht wieder zerfällt, eher sie sich konstituiert hat.
So haben sich Länder wie die Mogelei und Haschganistan, Lohkratien und Schwatzedonien, Cashmir und St. Grobian gebildet, in denen die Armut ein alltägliches Gesicht hat. Zu den gefährdeten Gebieten zählen ebenso die Raribik und Fersien, Schindien, wegen seiner Überbevölkerung auch Kindien genannt, der Nehmen und Rauhretaninen, um nur einige zu nennen. Und in jedem Land sitzt ein König in seinem Palast und lässt sich von seinem Hofstaat bedienen, und es macht keinen Unterschied ob das der König von Schlappland, von Zwengland oder von Rosta Kika ist.
Aber äußerst dreist treiben es die Ritter der Quargelrunde in ihrem Schloss Prasselott zu Schwafelstein im fernen Schwelgien, dem Land der Deppen und Gnomaden.
Dort ist für wahr der Ort, wo Milch und Honig Tag und Nacht fließen und die furchtlosen Ritter, die für den Teuro reiten, haben für ihren Lebtag ausgesorgt. Ihr Eidspruch lautet "Keiner für Alle und Alle für Keinen" diesen Schwur muss jeder neue Fadfinder ablegen, bevor ihm zum Verwaltungsapparat, dem Pfugaplex, zutritt gewährt wird. Wenn ein auserwählter Fadfinder das Pfugaplex, welches zum Schloss Prasselott zu Schwafelstein gehört, zum ersten mal betreten darf, und in der Halla, im mächtigen Blablabria, wo sich die Ritter der Quargelrunde treffen, um zu beraten, zum Ritter geschlagen wird und wenn er dann das Schwert Exlallipur in Händen halten darf, dann ist er endgültig aufgestiegen in den altehrwürdigen Hohlymp der uneingeschränkten Macht.
Der Altvorderste Ritter der Quargelrunde ist Gnomano Hodi, doch wenn sein Nachfolger Mauro Schmarozzo seine Gefolgschaft gebildet hat, wird sich alsbald, so ihm das Allseiende gnädig ist, seine Sperminenz Gnomano Hodi in seiner Heimat Shitalien zur Ruhe setzen und Mauro Schmarozzo den Vorsitz der Quargelrunde abtreten. Bald wird er seine Getreuen um sich geschart wissen, und im Pfugaplex den Treueschwur sprechen, bevor sie dann gemeinsam im Holymp ihrer Berufung nachkommen.
Alle Ritter dieser Runde hier anzuführen, würde diesen Rahmen sprengen, aber zu den engsten Gefährten Schmarozzos gehören Killmio Vaginatione, er wird das Marmeladegremium leiten. Ritter Grasselglatt wird oberster Geldsackbegutachter in der Schuldenburg, Leerero Lallner aus dem fernen Wolfgangistan steht dem Palais Majoran vor, und wird Tag und Nacht von Dampfhunden bewacht, damit sie nicht wieder heimkehrt ins wilde Wolfgangistan. Das listige Schwitzweh Ursula Honorari aus der Zentralbank Cash und Go bekommt die Agenden für Schubvention während den Zwillingsschwestern Schlitzweh und Witzweh jeweils die Clubs La Grapschiata und La Palaviata zur Leitung unterstellt werden.
Als weiterer Ritter der Quargelrunde war noch Zocko Kuttilione vorgesehen, aber wegen seiner reaktionären Ansichten, welche sich nicht mit dem konservativen Ehrenkodex der Quargelrunde vertrugen, musste er sein Ressort für Flaschen an den Lokraten Schaszsysch abtreten. Kranko Schbini bakam den Glühbirnenausschuss zur Aufsicht übertragen und leitet diesen gewissenhaft von seinem Landsitz in Juxenbourg.
Die Ritter der Quargelrunde haben ein großes Gefolge zur Vollstreckung erlassener Gesetze und der Hofstaat, das sogenannte Justament, platzt aus allen Nähten und ist ein großherziger Arbeitgeber. Hier sind tausende Schein Werfer angestellt, um die Quargelrunde ins rechte Licht zu setzen. Daneben werken beherzte Korken Zieher und flinke Scheiben Wischer sind behände um ausreichende Sicht bemüht. Es wimmelt nur so von Stoß Dämpfern und Dauer Grüßern und Brief Träger und Handtuch Halter huschen lautlos durch die Heiligen Hallen.
Im Pfugaplex ist die Atmosphäre sehr feierlich und kein unerlaubtes Wort verlässt den vornehmen Mund der feinen Herrschaften. Das Pfugaplex ist mit einer modernen Brandmeldeanlage ausgestattet und immer auf Sichtweite ist ein Feuer Schlucker zur Stelle, sollte einmal irgendwo im Komplex ein böser Brand ausbrechen.
Auch die Jörgikei möchte an der Quargelrunde Teil haben und wird einen Antrag auf Aufnahme zu Aufnahmeverhandlungen stellen. Die Jörgikei will auch an der illusteren Tafel sitzen um bei der Verteilung des Bären seinen Anteil zu bekommen. Hiefür werde schon eifrig an Weichen Schaltern geschaltet und die Spitzen Reiter des Hofstaates verteilen Seifen Spender, damit die Westen beim Waschen schön weiß werden. Bei vielen Menschen der Neuropäischen Union entsteht der Fade Schein, dass hier ein gefährliches Spiel gespielt wird, aber in der Quargelrunde ist man sich einig, dass es immer noch gescheiter ist, einen Bauern zu geben, einen Läufer zu verscherzen oder einen Turm hinzuopfern, als den König zu verlieren oder mit der Dame zu bezahlen.

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