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Gerhard Böckl

Wenn alle tot sind

Abend. Die Straßenbahnen sind voll. Draußen ist es kalt. Ich sitze in der Straßenbahn. Bald bin ich zu Hause.

Immer derselbe Weg, den ich fahre. Dieselben Häuser, dieselben Plätze, dieselben Geschäfte. Kaum Veränderungen. Ich bin viel zu müde, um irgendwelche Veränderungen zu bemerken. Gleichmäßig surrt der Motor der Straßenbahn.

Der Zug hält. Leute steigen ein, auch ein altes Ehepaar mit einem kleinen Mädchen. Sie setzen sich. Die Straßenbahn fährt ab.

Das Mädchen schaut durch das Fenster auf die Straße.

"Opa, hat es früher Lampen gegeben?"

"Ja, aber nicht solche."

"Ich meine solche zum Aufdrehen."

"Nein."

Die Großmutter blättert weiter in ihrer Illustrierten. "Johann Nepumuk Berger Platz, umsteigen zu den Linien 9 und J.", hört man aus dem Lautsprecher.

"Opa, ist da ein Berg?"

"Nein, der Platz heißt nur so."

"Du warst doch im Lainzer Tiergarten?" will die Großmutter wissen.

"Ja, mit dem Georg und seiner Mama."

"Ja, richtig.", stimmt der Großvater zu.

"Wohin fährt der 5er, Oma"

"Zum Westbahnhof", antwortet sie und blättert weiter.

Der Zug hält vor einer Ampel. Das Mädchen betrachtet ein Plakat für Mixer. "Sowas hat die Mama auch." Die Straßenbahn fährt los und das Mädchen dreht sich zum Großvater.

"Opa, gibt es die Linie 4?"

"Nein."

"Wird es die vielleicht einmal geben?"

"Ich weiß nicht, aber vielleicht irgendwann einmal."

"Vielleicht, wenn alle tot sind?"

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