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Frank M. Finke

Beuget niemals euer Denken

Mit einem Herzen, klar und rein,
saß dereinst ein Dichterlein
und schrieb gewaltige Reime:
wie Mensch die Welt verbessern kann,
wie Mensch kann stürzen den Tyrann
und ersticken die Willkür im Keime.

Als nun sein Werk war wohl getan,
da schritt der Poet vergnügt voran
der Welt sein Sinnen zu künden.
Doch mit der Zeit die Worte dann
kamen zu Ohren des großen Tyrann;
der schickte Schergen, den Denker zu binden.

Die fanden ihn denn auch alsbald
und banden ihn mit großer Gewalt,
um ihn in den Kerker zu setzen.
Sein Sinnen aber und seine Reime,
übergab man den Flammen; an ihrem Scheine
tat sich der Tyrann nun ergötzen.

Von seines Kerkers kleinem Fenster
sah der Dichter die Schergen wie tolle Gespenster
den Scheiterhaufen umspringen.
Doch dann sah er auch und er konnt' es nicht fassen! -:
die Gedanken wollten sich nicht verbrennen lassen,
und taten den Flammen entrinnen.

Zwar schlug hoch die mächtige Flamme,
verbrannte sein Buch, Wort um Wort;
doch trug der dunkle Rauch
Sinn - und Gedanken auch -
entlang dem Galgenstamme
zum freien Himmel fort.

Dort versammelte sich nun das Gedachte,
verteilte sich bald, trieb ohne Ziel dahin,
bis es neuerlich fand
Ohr, Herz und Hand
eines and'ren Poeten; der lachte -
und gab sich der Eingebung hin.

Bald darauf waren all jene Worte,
die verbrennen man wollte, von neuem erwacht.
Der Tyrann aber fluchte, und auch seine Kohorte;
die geistige Freiheit jedoch hat gelacht.

Und die Moral von der Geschicht':
Bücher verbrennt Mensch, Gedanken nicht -
die sind zu frei, sie zu fassen!
Drum: Denker und Dichter dieser Welt,
verhurt wie der Plebs! den Verstand nicht für Geld:
ihr dürft denken und mahnen nicht lassen!

Beuget niemals euer Denken vor dem großen Tyrann,
ob er Bush heißt oder Schröder, ob Khomeini, ob Saddam:
wo das Un-Recht pfählt die Freiheit, ihr Poeten, klagt an!
ihr seid die Stimme des Geistes! So geht mutig voran!

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