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Elisabeth Prascher

Katzen

Er hatte sich gerade ein Bier gekauft und lehnte noch an der Theke um das Getuemmel des Studentenfestes zu ueberblicken. Von hinten draengte eine Gruppe Maedchen energisch an die Bar. Eine wurde kurz an ihn gepresst. Sie sah ihn an und bat ihn, ihr einen Spritzer zu bestellen. In der Hand hielt sie eine Menge Muenzen. Sie versuchte, damit zu bezahlen, aber sie hatte nicht genuegend Geld. Er bot ihr hoeflich an, die Rechnung zu uebernehmen. Sie lehnte ab und zauberte von irgendwoher den Restbetrag. Sie prosteten einander zu. Er versuchte irgendeinen konventionellen Gespraechsanfang, auf den sie nicht reagierte. Sie blieb nur ruhig neben ihm stehen. Nichts an ihr war aussergewoehnlich. Sie trug Jeans, ein T-Shirt und Turnschuhe. Um die Huefte hing ein bunter Lederbeutel, ins lange Haar hatte sie zwei farbige kleine Spangen gesteckt. Der Mund war dunkelrot geschminkt, um die Augen hatte sie einen gruenen Lidstrich gezogen. Auf mehr Make-up hatte sie wie die meisten Maedchen wegen der Hitze in diesem Kellerraum verzichtet.

Sie sagte noch immer nichts, blieb aber beharrlich einige Zentimeter zu nahe bei ihm stehen. Er beobachtete sie neugierig. Sie musterte ihn, ohne den kleinsten Versuch, das zu verbergen. Dann trafen sich ihre Blicke. Ruhig gab sie den seinen zurueck ohne auch nur mit der Wimper zu zucken oder das uebliche hoefliche Niederschlagen der Augen nach einigen Sekunden. Sie starrte unverschaemt, eine Katze, die die andere herausfordert.

Er ging auf das Spiel ein. Ihre Blicke verhakten sich. Sie schaetzte ihn noch immer ab, er war inzwischen amuesiert. Dann intensivierte sich ihr Blick. Er begann zu sprechen, und zwar in einer Art und Weise, daß einige Umstehende aufmerksam wurden. Dieses Maedchen suchte ein Abenteuer, und sie sagte es ihm indem sie ihn anschaute. Es waere in Worten nicht deutlicher ausdrueckbar gewesen, und ihr Verhalten war, als haette sie sich hier, vor allen Leuten, nackt ausgezogen um ihn zu verfuehren. Sie war schamlos und direkt, dabei schaute sie ihn bloss an, ohne Laecheln. Noch immer hatte sie nicht gesprochen.

Laengst haette er sie an sich ziehen muessen, sie kuessen, sie an der Hand nehmen und mit ihr das Fest verlassen. Er tat es nicht. Er starrte sie nur an. War er hypnotisiert oder wollte er nicht? Dass die Botschaft nicht angekommen war, schien ausgeschlossen.

Sie begann, mit ihren langen Haaren zu spielen. Raffiniert zupfte sie an den Straehnen bis sie ueber ihrem Busen lagen. Waehrend sie an den Locken zog und zwirbelte, streichelte sie gleichzeitig ihre Brueste. Dabei liess sie ihn keine Sekunde aus den Augen. Ein ganzer Strom Herausforderung floss zu ihm. Er reagierte nicht. An die Bar gelehnt, beobachtete er ihre Show. Es war nicht zu erkennen, ob er fasziniert oder abgestossen war. Sie schien nicht irritiert zu sein. Offensichtlich hatte sie einige Uebung in diesem Spiel. Schliesslich beendete sie das Streicheln ihrer Haare und schaffte es, ihren Blick noch einmal zu verstärken. Ihre Augen sprachen so deutlich, dass sich ein oder zwei der amuesierten Beobachter abwandten. Das war zu intim zum Zuschauen.

Ihre Augen schienen jedes Versprechen zu geben, und die Art, wie es gemacht wurde, war beinahe schon Erfuellung.

Er brach den Kontakt unvermittelt ab. Sie reagierte sofort, draengte sich an ihm vorbei und verschwand in der Menge.

Er schuettelte den Kopf und widmete sich seinem lauwarmen Bier.

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