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Christoph Aistleitner

hartgekocht

Ich stand am Zaun, ich stand am Zaun und ich weinte, denn ich war betrunken, nicht mehr betrunken war ich als es schicklich ist, und nicht weniger betrunken war ich, als es notwendig ist, ich stand am Zaun und ich weinte, und ich fragte den Hund, der mit großen und glühenden und schwarzen Augen hinter dem Zaun sich bewegte: “Hund, sag mir, wer ist deine Mutter?”, und der Hund antwortete mir: “Meine Mutter ist die Sonne, die schöne und gute und glühende Sonne ist meine Mutter, und ich achte und ehre sie, und eine gute Mutter ist sie mir, die Sonne, denn sie wärmt mich.” Und ich fragte den Hund, der sich bewegte hinter dem Zaun an dem ich stand und weinte: “Hund, sag mir, wer ist dein Vater?”, und der Hund sprach, und seine Stimme klang voll Stolz und Würde: “Mein Vater ist der Mond, der des Nachts seine Runden zieht, und dem ich zurufe, und der mir ein guter Vater ist, da er mir leuchtet im Dunkel und mir Trost schenkt und Hoffnung.” Und bestätigend nickte der Hund mit seinem Kopfe, und ich fragte den Hund: “Hund, sag mir, wer sind deine Brüder und deine Schwestern?”, und der Hund, glänzendes Fell und kraftvolle Muskeln und blitzende Zähne, sprach: “Meine Brüder, das sind die Sterne, die mir den Weg zeigen und die mir Mut zusprechen und die mich lachen machen über die rastlosen Menschen, und meine Schwestern sind die Wolken, die mir zu trinken geben nach heißen Sommertagen und die mein Fell sauberwaschen vom Staub und die mir erzählen von den Geschehnissen in anderen Teilen der großen und schönen Welt.” Und erst dann bemerkte der Hund dass ich traurig war, und der Hund blickte mich freundlich an, treu und gut, und er fragte mich: “Mensch, warum weinst du?”, und ich sagte: “Ich weine, Hund, weil ich betrunken bin, weil ich traurig bin, weil ich verliebt bin, weil das Leben schön ist und weil die Welt schlecht ist, weil ich glücklich bin und weil ich müde bin.”, und der Hund sah mich fragend an, denn er verstand nicht wovon ich sprach, denn er schließlich ein Hund, und der Hund dachte nach, und da sein Vater, der Mond, noch nicht erschienen war, und da seine Schwestern, die Wolken, ausgegangen waren heute abend, und da seine Mutter, die Sonne, im Bett lag und sich ausruhte, deshalb fragte der Hund seine Brüder, die Sterne, denn die Sterne waren klug und wußten viel und sahen manches, was sich so zutrug auf Erden, und während der Hund mit seinen Brüdern, den Sternen, sprach, währenddessen stand ich am Zaun und weinte und wartete, denn ich hatte es nicht eilig, und die Sterne antworteten, ruhig und besonnen, und sie erläuterten ihrem Bruder, dem Hund, was die Menschen schmerzt und quält, und der Hund hörte und schwieg und verstand. Und dann sprach der Hund zu mir: “Du bist betrunken, Mensch, weil du traurig warst, und nun bist du traurig, weil du betrunken bist, und verliebt bist du, und schön ist es, verliebt zu sein, und gut ist es, das Leben schön zu finden, und gut ist es, glücklich zu sein, und wahr ist es, dass die Welt schlecht ist und böse.”, und ich erwiderte: “Und ich bin traurig, weil ich keine Mutter habe, die mich wärmt und ich habe keinen Vater, der mich tröstet, und keine Brüder habe ich, die mir Mut zusprechen und keine Schwestern habe ich, die mir Geschichten erzählen.”, und der Hund verstand, warum ich traurig war, und er antwortete, voll Weisheit und Güte: “Auch deine Mutter ist die Sonne, ohne die du nicht leben könntest und die auch dir Wärme gibt, und auch dein Vater ist der Mond, der auch dir leuchtet im Dunkel, und auch deine Brüder sind die Sterne, und auch deine Schwestern sind die Wolken, und auch ich bin dein Bruder, ich, der Hund, der ich dich verstehe und dich tröste”, und ich stand noch lange am Zaun, hinter dem sich ein Hund bewegte mich schwarzen und großen und glühenden Augen, und ich weinte noch lange, denn ich war betrunken, und ich war glücklich.

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