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Chroniken des schwarzen Mondes – Die Meisterprüfung (Ausschnitt)

„Meister!“ rief Scavenia, stürzte zu der zusammengesunkenen Gestalt des Erzmagiers, und vergrub ihr Gesicht in den Falten seiner Robe. „Scavenia!“ flüsterte Charak, und hustete gequält. Blut drang aus seinem Mund, tropfte auf Scavenias Gesicht, das im Schoß des Erzmagiers ruhte, und vermischte sich dort mit den Tränen der jungen Magierin zu einer blutigen Schliere. „Meister!“ flüsterte sie „Meister, was ist geschehen?!“ „Hör mir zu.“ keuchte der Erzmagier, und verschloss mit seinem Finger den Mund der von Weinkrämpfen geschüttelten Magierin. „Du hast deine Aufgabe erfüllt?“ fragte Charak schwach. „Ja, Meister.“ flüsterte Scavenia mit erstickter Stimme. „Dann töte mich jetzt.“ flüsterte der Erzmagier, und ließ seinen reich verzierten Dolch, den er stets bei sich trug, in die Hände Scavenias fallen, die ihn mit schreckgeweiteten Augen anstarrte. „Aber... Meister!“ rief die junge Magierin „Warum...“ Erneut legten sich die verrunzelten Finger Charaks auf ihren Mund, und hinderten sie daran weiterzusprechen. „Das Zauberbuch... mein Stab... nimm es! Und dann töte mich, denn meine Macht ist dahin. Du bist jetzt der Meister.“ „Nein, nein!“ schrie Scavenia gequält auf „Ich kann euch nicht töten Meister, ich brauche euch! Ihr müsst mir den Weg weisen! Ihr müsst Leben!“ „Nein, du musst Leben Scavenia! Finde den Zugang zu der Macht die in dir schlummert, und vernichte dieses weiße Pack!“ brachte Charak mühsam hervor. „Nimm meinen Stab, mein Buch und mein Blut! Du musst mich töten!“ „Ich kann es nicht!“ schluchzte Scavenia, und ihre fahlen krallenbewehrten Hände krampften sich um den Dolch. „Ihr habt für mich gesorgt wie ein Vater, und jetzt verlangt ihr das ich euch töte!“ „Deine Gefühle machen dich schwach, deshalb hast du oft versagt, und wirst auch in Zukunft versagen!“ sprach Charak mit schwacher Stimme. „Töte mich!“ rief der Erzmagier plötzlich mit wiedererstarkter Stimme, und seine Hände krallten sich in die Robe Scavenias. Plötzlich war wieder eine Aura von unvergleichlicher Macht um den todgeweihten Erzmagier, das letzte Aufblitzen der Kraft eines Todgeweihten. „Du Schwächling! Töte mich endlich!“ rief Charak, und funkelte Scavenia herausfordernd an. Die junge Magierin fühlte Zorn in sich aufsteigen, Zorn darüber das man sie schwach genannt hatte. Sie war nicht schwach! Mit einem Aufschrei des Zorns und des Schmerzes hob sie den Dolch, und stieß ihn tief in den Leib des aufstöhnenden Charaks. Immer wieder und wieder stieß sie zu, steigerte sich in eine regelrechte Raserei. Halb wahnsinnig beugte sie sich über den furchtbar zugerichteten Leichnam des Erzmagiers, und riss mit ihren Klauen das Herz aus der Brust ihres Meisters. Einen Moment betrachtete sie mit ausdruckslosem Blick das Herz des alten Magiers das in ihrer Hand ihre letzten Schläge tat, dann ließ sie es genüsslich in ihrem Mund verschwinden. Sie schmeckte den süßen, metallischen Geschmack des Blutes auf ihrer Zunge, dann wurde sie von einer Woge der Macht und der Überlegenheit durchflutet. Nachdenklich warf sie einen Blick auf die übel zugerichtete Leiche Charaks, dann begann sie plötzlich lauthals zu lachen. Inzwischen hatten die Flammen ihren Weg in die Studienkammer des toten Erzmagiers gefunden, und hüllten Scavenia ein, die die um sie züngelnden Flammen mit zufriedenem Lachen über ihren Körper wandern ließ. Ja, sie hatte ihre letzte Lektion verstanden. Jetzt war sie ein Meister. Immer noch lachend raffte sie den Zauberstab und das Buch Charaks an sich, das die Flammen, ahnend das es zum Besitz ihrer Beherrscherin gehörte, verschonten. Mit überlegenem Lächeln ging sie gemessenen Schrittes durch das flammende Inferno in das sich Séc Elvan verwandelt hatte. Wie ein Gott der Rache stieg sie aus den Flammen die aus dem Eingangstor züngelten, und sah sich plötzlich mit einem zurückgebliebenen Weißmagier konfrontiert, der starr vor Schreck ihren Drachen beobachtete. Mit spöttischem Lächeln trat sie vor den schreckensstarren Weißmagier, und packte ihn mit ihren Klauen an der Kehle, bereit ihn zu zerfleischen. Erst jetzt bemerkte sie die Wunde, die an der linken Seite des Weißmagiers klaffte, und aus der bereits die Gedärme quollen. Lachend ließ sie den zu Tode verwundeten in den Staub fallen. „Haben dich deine Kameraden verlassen?“ fragte sie höhnisch. Der Weißmagier nickte gequält, und sah angstvoll zu der über ihm stehenden Schwarzmagierin auf. „Weggeworfen wie ein Ding das man nicht mehr braucht.“ stellte sie kalt fest. „Weißmagier sind alle gleich feige.“ Mit diesen Worten wandte sie sich von dem am Boden liegenden Weißmagier ab, und verstaute das Buch und den Stab in der geräumigen Satteltasche ihres Drachen. Ohne noch einen Blick auf den sterbenden Weißmagier zu werfen, zog sie sich elegant in den Sattel. „Warte!“ stöhnte der Weißmagier, und versuchte sich auf die Füße zu rappeln. „Bitte hilf mir! Rette mich!“ „Warum sollte ich?“ fauchte Scavenia, und sprang wieder aus dem Sattel, direkt vor den Weißmagier hin. „Ihr verfluchten Weißmagier habt mir alles genommen was ich hatte!“ Sie spürte wie wieder Wut in ihr aufzusteigen begann. Und riss den blutverschmierten Dolch Charaks aus ihrem Gürtel. „Bitte töte mich nicht!“ wimmerte der Weißmagier „Ich werde dir dienen, ich tue alles was du von mir verlangst! Nur bitte, rette mich!“ „Alles?“ fragte Scavenia, und zog bedeutungsvoll eine Augenbraue hoch. „Alles!“ winselte der Magier, und wand sich hundegleich zu ihren Füßen. „Ich will nicht sterben!“ „Schwöre das du mir dienst, mit Leib und Seele!“ forderte die Schwarzmagierin. „Ich schwöre es, ich schwöre es!“ schrie der Weißmagier in Todesangst, als sich der Dolch der Dolch Charaks seiner Kehle näherte. „Gut.“ sprach Scavenia kalt, und trieb den Dolch mit einer geschmeidigen, flüssigen Bewegung mitten ins Herz des am Boden liegenden Magiers. „Aber du-“ setzte der Weißmagier an, und warf einen Blick ungläubigen Erstaunens und Entsetzens auf den Dolch der aus seiner Brust ragte, ehe sein Kopf in den Staub zurückfiel und er starb. Wie von selbst fand das Zauberbuch, das Scavenia bereits in der Satteltasche Karekins verstaut hatte, seinen Weg in die Hände der Schwarzmagierin. „Siá men che, Rogan de voso! Ráca e manem vés Selba'an, Siá de monom! Vásal in Charad, ca sé válam! Siá men che!” rezitierte die junge Magierin aus dem uralten Werk. Die gekrümmte Gestalt des Toten begann sich zu regen, zu zucken und sich zu winden. Mit triumphalem Lächeln klappte Scavenia das Zauberbuch zu, und zog den Dolch aus dem zuckenden Körper des Magiers. Der Weißmagier setzte sich verwirrt auf, und blickte sich um. Er warf einen Blick auf die Schwarzmagierin die ihn spöttisch musterte, und sah dann an sich herunter. Die grässliche Wunde war noch immer vorhanden, doch sie blutete nicht mehr, und der bohrende Schmerz war ebenfalls verschwunden. „Willkommen in den Reihen der Untoten – Sklave.“ sprach Scavenia genüsslich, und weidete sich am Entsetzen des Weißmagiers, der erst jetzt – zu spät – realisierte worauf er sich eingelassen hatte. „Flick dich zusammen, ich halte nichts von Sklaven die jeden zweiten Schritt über ihre Darmschlingen stolpern.“ befahl sie kalt und spöttisch. „Was... was hast du mit mir gemacht?!“ schrie der Weißmagier auf, als er sich aufrichtete und beobachten konnte wie seine Gedärme langsam und schmerzlos immer weiter aus seiner aufgeschlitzten Seite quollen. „Wirst du wohl gehorchen!“ brüllte Scavenia, und verpasste dem untoten Magier einen Schlag der ihn zurücktaumeln ließ. „Steck sie rein.“ befahl die Schwarzmagierin, mit einer Stimme, so scharf wie ein Rasiermesser. Gehorsam stopfte der Untote angeekelt seine Gedärme in die Bauchhöhle zurück, und band einen Ärmel seines Gewandes darum, damit er sie nicht gleich wieder verlor. Währenddessen verstaute Scavenia das Zauberbuch wieder in der Satteltasche, und holte Fesseln daraus hervor, die sie dem Untoten vor die Füße warf. „Leg sie an.“ befahl sie kalt, und der Magier blickte einen Moment mit schreckgeweiteten Augen auf die Ketten vor seinen Füßen, dann sandte er Scavenia einen flehentlichen Blick. „Tu was ich von dir verlange, Sklave. Du hast geschworen – also gehorche.“ fauchte Scavenia lauernd, und unterstrich ihre Worte mit einer befehlenden Geste. Der Weißmagier senkte ergeben den Blick, und begann sich selbst in Ketten zu legen. Scavenia betrachte mit zufriedenem Grinsen das seltsame Bild das sich vor der brennenden Kulisse der zerstörten Burg nun bot. Langsam, mit deutlichem Widerwillen, legte sich der Weißmagier die metallenen Bänder der Fesseln um seine Gelenke, und ließ die Schlösser mit einem schrecklich endgültigen Knacken einrasten. Eine tiefe Genugtuung und ein nie zuvor erfahrenes Höhegefühl durchfluteten die Schwarzmagierin, als sie genüsslich dem gedemütigten Weißmagier zusah. Als der Untote die letzte der ihm aufgezwungenen Fesseln um seinen Hals geschlossen hatte, packte Scavenia mit diabolischem Grinsen eine der Ketten, und riss so hart daran dass der Weißmagier kopfüber auf den staubbedeckten Boden geworfen wurde. „Ab jetzt gehörst du mir, mit Leib und Seele!“ flüsterte sie dem Untoten ins Ohr, als sie sich über ihn beugte und seinen Kopf in den Staub drückte. „Hast du das verstanden?“ fügte sie noch hinzu, ehe sie den Magier losließ, und ihm gestattete sich aufzurichten. „Ja, Herrin.“ flüsterte der Untote, und sank vor der Schwarzmagierin auf die Knie. Lachend zerrte diese ihn zum Drachen, stieß ihn zu Boden und befestigte die Ketten seiner Fußfesseln an einem Ring der hinten am Sattel angebracht war. Der untote Magier schrie panisch auf, als sich Karekin, auf einen leisen Befehl der Schwarzmagierin hin, in die Lüfte erhob, und er kopfüber baumelnd in der Luft hing. „Entspann dich.“ meinte die Schwarzmagierin spottend, „In den nächsten Jahrhunderten wirst du arbeiten müssen, anstatt faul an einem Drachensattel herumzuhängen. Also genieße es, denn der Qualen warten noch viele auf dich."

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