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Alexandra Pichler

Die alte Frau und das Leben?

Die Sonne geht unter. Nun eigentlich ist das nur ein Begriff für ein Schauspiel, schöner und unbegreiflicher als man es in Worte fassen kann, die Farben des Himmels in einer einzigartigen Komposition, der Wald vor mir in von oben gesehen von einer goldenen Kuppel umgeben, Wolken ziehen vorüber, jede eigen in ihrer Form, wenn man genau hinsieht, kann man einen Garten sehen oder Tiere oder vielleicht Menschen oder Fabelwesen, die sich in ihrer Einmaligkeit nur kurz zeigen, um dann wieder ins endlose Nirgendwo zu verschwinden und dort ihrer Bestimmung nachgehen, Unfug zu treiben mit der Wahrnehmung anderer Menschen, diesen anderen Menschen andere Bildnisse vorzugaukeln und sie zu entführen in die Welt der Phantasie und der Gedanken, vielleicht sogar in ähnliche oder gleiche Gedanken, wie sie jemand ganz anderer an einem ganz anderen Ort wahrnimmt und fühlt. Das goldene Licht taucht den Wald ein in ein mystisches Licht, in ein Licht, das immer dunkler wird und die Tiere des Waldes verstummen lässt, die Blumen und Pflanzen neigen sich vor diesem Licht, um zu ruhen, und sich auf den nächsten Tag, der durch ein ebensolches Wunder – den Sonnenaufgang – erweckt wird, vorzubereiten um wieder eine sonnendurchtränkte Phase zu erleben. Wobei sonnendurchtränkt natürlich auch dann gemeint ist, wenn es stürmt, schneit, oder die Wolken so dicht sind, dass kein Fünkchen Sonne durchzuschimmern vermag. Doch der Tag lebt, die Nacht jedoch ist dunkel, voller Angst und Vorurteile, voll von Gefahren die so weitläufig sind, dass man vielleicht die Gefahr gar nicht erkennt, und was ist schlimmer als unbekannte, unerwartete Gefahr?

Doch dieser Abend ist friedlich, die Stimmung ist vollkommen ruhig und der Wald ist einfach nur golden, ein leichter Wind zieht durch die Lande und die Vögel bereiten sich vor, einander auf ihren Schlafbäumen zu treffen, um dann in der Sicherheit des Schwarms zu übernachten, sicher und geschützt durch das bloße Wissen um die anderen Vögel, die dicht nebeneinander schlafen, sicher und geschützt in der Gemeinschaft. Meine müden alten Beine ruhen sich auf dem Schemel vor mir aus und ich genieße die letzte Wärme, die der Tag bringt, in der sicheren Empfindung, mich nun bald zurückziehen zu dürfen, und nicht mehr die Last vieler kommender Jahre tragen zu müssen, da ich bereits die Last vieler vergangener Jahre zu tragen habe.

Wie alles vor vielen vielen Jahren begann, und warum ich heute hier sitze und auf ein langes Leben zurückblicken kann, das viele Hürden zu bieten hatte und viele Hürden nicht zu bewältigen imstande war, einige Höhen mir zu erleben vergönnte und diese Höhen immer wieder in tiefen Schluchten endeten, das ist eine andere Geschichte als die vom Sonnenuntergang und dem darauffolgenden Sonnenaufgang, doch im Prinzip ist es immer wieder das selbe:

Das ewige Zwischenspiel zwischen Tag und Nacht, dem Leben und dem Tod. Und sich dieser unumstößlichen, unveränderbaren Tatsache hinzugeben, ist vielleicht die sinnvollste Variante in unserer wilden, lauten Zeit.

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