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Katrin
von Katrin

Ich kann mich gut noch an unsere Hochzeit erinnern. Vor vier Wochen. Ich war auf dem Weg ins Reisebüro um die Flugscheine zu holen. Ein Auto hatte mich auf dem Fußweg umgefahren. Jetzt liege ich im Krankenhaus auf der Wachstation. Mein rechtes Bein ist amputiert. Immer sehe ich zur Tür denn ich erwarte Dich. Aber gleichzeitig packt mich die Angst. Weist Du schon was sie mit mir im OP gemacht haben?. Wie soll das mit uns weitergehen?. Wir, die wir Turniertanz als unser große Hobby hatten. Alles aus! Ich beginne zu schwitzen vor Aufregung. Endlich geht die Tür auf. An Deinem Gesicht kann ich erkennen, daß Du Bescheid weist. Ich kann die Tränen nicht mehr halten. Doch Du nimmst mich in Dein Arme und hältst mich ganz fest. Wir schaffen es schon damit zurecht zu kommen, sagst Du. Es Dauert bis ich mich wieder gefaßt habe. Dann nehme ich meine Bettdecke beiseite und zeige Dir was noch von meinen rechten Bein übrig ist. 12 cm nicht sehr viel. Dann nehme ich Deine Hand und ganz vorsichtig streichelst Du unfreiwillig meinen Stumpf. Ein gutes Gefühl. Ich bin für kurze Zeit Schmerzfrei. Täglich kommst Du und hilfst mir und machst mir Mut. Erträgst meine schlechte Laune und meine vielen Tränen. Deine Freude über mein Heimkommen steckt auch mich kurz an. Dann wieder die Bedenken wie es wohl alles gehen wird. Ohne Prothese zu Haus. Ich konnte mich an nichts freuen. Weder an den Blumen noch am Lieblingsessen was Du mir bereitet hast. Meine Behinderung wird an so vielen Dingen deutlich. Immer an Krücken, ich bin total entmutigt. Als wir uns fürs Bett fertig machten Überkam mich schon mächtig die Angst. Wie soll das gehen? Doch als ich Deine gewohnte nähe spürte und Du wieder ganz vorsichtig meinen Stumpf streicheltest war meine Angst wie weggeblasen. Deine vermißte Zärtlichkeit nach dem Krankenhausaufenhalt und Deine Liebe, ja Dein vertrauter Körper lies alle meine Ängste schwinden. Du zeigtest mir, daß Du mich so wie ich jetzt bin liebst. Als Du meinen Stumpf ganz vorsichtig mit Küssen übersätes waren all meine Bedenken weg. Ich war noch nie so glücklich wie in dieser Nacht. Wir gaben uns alles.

Vieles ist noch schlimm für mich aber mit der täglichen Liebe meines Mannes kann ich mit allem besser Umgehen. An seiner Seite machen mir die Blicke der anderen nicht mehr so viel aus. Seit kurzem hab ich eine tolle Prothese. Dies hat meine Selbständigkeit wieder so erhöht. . Für die Liebe meines Mann bin ich täglich Dankbar für seine Fürsorge, Zärtlichkeit und seine Streicheleinheit wenn der Stumpf verrückt spielt.

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