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"Trotz Behinderung vollwertig?"
von Reinhard

Ich dachte mir immer, daß ich niemanden finden kann, der mich so akzeptiert, so wie ich bin. Aber jetzt ist eine Frau in mein Leben getreten, die mir zeigt, daß ich auch trotz meiner Behinderung ein vollwertiger Liebes- bzw. Sexpartner sein kann. Kommt es wirklich darauf an, daß alles gerade gewachsen ist, daß alles der Norm entspricht? Oder zählt eigentlich nicht die Leidenschaft, die Energie, die Feinfühligkeit, die ein sexuelles Erlebnis erst richtig schön machen und kein stures Leistungsdenken - schneller, höher, weiter. Und die vorher genannten Dinge, die kann jeder geben und ich würde mir wünschen, daß viele Menschen so tolerant oder besser gesagt normal wären, daß sie 'Andersartigkeiten' nicht als solche anprangern, bedauern, bemitleiden, sondern einfach akzeptieren.

Ich kann jedem nur Wünschen, daß er genau so viel Glück hat, wie ich. Aber soll es überhaupt Glück sein und nicht Selbstverständlichkeit? Denn dann würde man sich als Behinderter nicht darauf konzentrieren müssen, wer mag mich schon so, wie ich bin. Wie kaschiere ich am besten meine Unzulänglichkeiten. Wie verkaufe ich mich am besten, daß ich vielleicht aus meiner Behinderung sogar Kapital schlage (Stichwort: Mitleidstour).

Es stellen sich dann ganz andere Fragen, so wie bei jedem anderen 'Normalen' auch, die in meinem Fall schon Richtung Beziehung gehen: Was bin ich bereit zu geben? Kann ich mit einer Beziehung umgehen? Bin ich meinem Partner/meiner Partnerin gegenüber fair? Was bin ich bereit aufzugeben um noch mehr dazuzugewinnen? Usw. Also alles Fragen, die unabhängig davon gestellt werden sollen, ob man jetzt ein Handicap hat oder nicht.

Ist doch ganz normal, oder?

Das meint Euer Reinhard.
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