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Swingerclubs vs. Nachtclubs
von Sascha Asseg

Einleitung

Nachdem ich mich vor einiger Zeit in einem Text in den Stolpersteinen mit "Give ne Love-Partnersuche im Internet verfasst habe, wo ich zeigte, dass Menschen mit Behinderung indem ich mich insbesondere mit der Partnersuche im Internet befasste; möchte mich heute mit ein weiteren Aspekt des Themas "Behinderung und Sexualität befassen. Dabei beschäftige ich mit der Frage, ob für Menschen mit Behinderung möglich ist sich in einem Nachtclub bzw. Swingerclub aufzuhalten.

Mein erstes Erlebnis in Sachen Sexualität

In diesem Zusammenhang geht es darum, wie denn z.B. die Prostituierten sich gegenüber Menschen mit Behinderung verhalten und wie sie dabei mit diesen Menschen umgehen. Vor einiger Zeit besuchte ich selbst einen Nachtclub in Klagenfurt. Ich war zusammen mit einem Freund eine ganze Nacht lang unterwegs. Gegen morgen gingen wir in einen Nachtclub, wo wir eigentlich "nur einen Kaffee trinken wollten." Jedoch hatte ich schon seit einiger Zeit das Gefühl, dass ich etwas gegen meine sexuelle Not tun musste. Dauernd nur Selbstbefriedigung zu machen, erschien mir mit der Zeit etwas wenig zu sein.

Also entschloss ich mich dort hinzugehen. Mein Freund stellte einen Kontakt zu einer Prostituierten her. Ich musste für eine ½ Stunde einen Betrag von € 70 bezahlen. In diesem Augenblick war mein Leidensdruck so groß, dass die Frage des Preises für mich unerheblich war. Mein Freund war irritiert darüber, dass ich jetzt auf einmal dieses Bedürfnis hatte. Doch ich war mir sicher, dass ich es probieren musste. In diesem Sinne wollte ich etwas nachholen, was sich mein Großvater zusammen mit dem Lebensgefährten meiner Mutter für mich schon ausgedacht hatten. Sie meinte ich sollte mal in ein Puff gehen und Sex haben, um zu wissen, wie dies ginge. Sie hatten mich aber nie direkt auf das angesprochen.

Wie sollte ich also mich zu etwas bereit erklären, worüber man mich nicht aufgeklärt hatte? Doch woher wusste ich dann von der Absicht der Beiden mich in einen solchen Klub zu schicken?

Ich erfuhr es durch ein Gespräch mit dem Lebensgefährten mit meiner Mutter. Als ich von dieser Absicht erfuhr, war ich irgendwie geschockt. Doch nun im Jahre 2006 an einem Freitagmorgen hatte ich nun eben das Bedürfnis. Und so kam es zu diesem weiteren Geschehen.

Nachdem ich das Geld ausgehändigt hatte, gingen wir (die Prostituierte und ich) in ein Separée, wo ich dann zum ersten Mal Sex hatte. Als ich nackt auf dem Bett lag, fühlte ich mich schon irgendwie nervös. Ich versuchte mich zu entspannen, aber irgendetwas in meinen Kopf hämmerte mir die Botschaft ein, ich dürfe nicht versagen.

Die Prostituierte beruhigte mich so gut sie konnte. Sie zog ein Präservativ über meinen Penis und machte einen Blowjob. Ich spürte zwar etwas, jedoch war verkrampft. Das ging ca. 10 Minuten so. Nach keiner Kurzen Pause probierten wir es nochmals und da ging es besser. Diesmal saß sie auf mir und bewegte sich. Ich spürte etwas.

Nach diesem Besuch war ich stolz auf mich. Warum war ich das? Ich hatte mich getraut seit langen zu einer Prostituierten zu gehen. Ich hatte also längstens etwas gemacht, wozu mich mein Stiefvater und mein inzwischen verstorbener Großvater eh bringen wollten. Aber sie hatten mich nie dahingehend gefragt, ob ich mir dies zutrauen würde. Natürlich war ich hinsichtlich meiner Sexualität aufgeklärt worden. Aber trotzdem hatte ich bis diesem Zeitpunkt nie Sex.

Da ich mich natürlich auch durch meine überstarke Körperbehaarung minderwertig fühlte, erschwerte mir das ja auch mich ganz offen zu meinen sexuellen Gefühlen zu bekennen. In diesem Sinne wollte ich durch den Besuch sowohl eines Nachtclubs wie auch eines Swingerclubs sozusagen meine Ängste überwinden.

In diesem Zusammenhang wollte ich aber mich in andere Menschen mit Behinderung hineinversetzen, die ja, egal welche Art von Behinderung sie haben, auch sexuelle Bedürfnisse haben.

Aspekte der Sexarbeit

In diesem Zusammenhang rief ich bei mehreren Nachtclubs an, um die Preise zu erfahren. Da ja viele Menschen mit Behinderungen Sozialhilfeempfänger sind, ist die Preisfrage ein sehr entscheidender Aspekt und haben daher oft nur die Möglichkeit z. B. Mehrwertnummern anzurufen (siehe 0900 oder /0930er Nummer), um via Telefonsex ihrer individuellen sexuellen Notdurft nachgeben zu können.

Dass dieses Problem sehr oft vorkommt, darauf macht Hans Hello Thuk in seinem Aufsatz "Hospitalisierte Bewegung der Sexualität" aufmerksam, der im Buch "Behinderte Sexualität - Verhinderte Lust", dass von Manuela Bannasch herausgegeben wurde.

Zitat: "Mit einem anderen Problem sind wir erst vor kurzem konfrontiert worden: Es wurden oft 0190 Nummern gewählt. Wären da nicht die enormen Telefonkosten, dann wäre das ja nicht so tragisch, aber diese treiben einen in einer Behindertenwerkstatt arbeitenden und doch nun sehr wenig verdienenden Menschen leicht an den Rand des Ruins. So wird es dann doch zum Problem, sich auf diese Weise zu befriedigen." (siehe S.114 siehe Manuela Bannasch).

In diesem Zusammenhang geht es nicht nur um die Frage nach behindertengerechten Preisen, sondern um die Frage der Barrierefreiheit von Nachtclubs. Hier liegt ganz klar ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot im Bundesbehindertengesetz, wie er im Paragraph 5 dieses entsprechenden Gesetzes formuliert hat.

In diesem Sinne sollte es eine Wahlmöglichkeit für Menschen mit Behinderung zwischen Sexualassistenz und des Aufsuchens von Nachtclubs und Swingerclubs geben.

Denn ein Mensch mit Behinderung soll das Recht haben sich zwischen der Inanspruchnahme der professionellen Sexarbeit und der Sexualassistenz zu entscheiden. Gleichzeitig müsste aber bei den Menschen ohne Behinderung um mehr Sensibilität und Einsicht in die Probleme von Menschen mit Behinderung mit Ihrer Sexualität geworben werden.

Damit Menschen mit Behinderung in einen Nachtclub oder Swingerclub gehen können ist es notwendig, dass daher von Seiten der BetreiberInnen dieser Club auch alles versucht wird, einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen.

Denn durch so manchen privaten Schicksalsschlag, wie durch eine plötzliche auftretende Krankheit musste sich so mancher Menschen ohne Behinderung plötzlich in der Situation wieder finden, nun als Mensch mit Behinderung zu gelten. Ich muss da besonders an viele Bekannte und Freunde denken, die entweder von Geburt an als Menschen mit Behinderung galten bzw. durch eine Krankheit oder einen Unfall zu Menschen mit Behinderung werden.

Als ich das Seminar bei der Dr. Dieter Schmutzer mit dem Titel "Behinderte Sexualität im Jahre 2004 besuchte, wurde uns im Laufe des Seminars ein Film mit dem Titel "Sexuality reborn", wo Menschen, die durch verschiedene Umstände zu Menschen mit Behinderung wurden auch vor der Kamera zeigte, wie sie ihre Sexualität in der Praxis ausleben. Es war so etwas wie ein "Porno für Menschen für Behinderung", der von Menschen mit Behinderung gemacht wurde.

Ich war verwundert, darüber, wie mutig diese Menschen waren. Wäre ich in ihrer Schicksal, ich persönlich wäre wahrscheinlich viel zu schüchtern gewesen, um mich als Darsteller in einem solchen Film freiwillig wiederfinden zu wollen. Aber es ging schon aus denn Gesprächen, die sie mit einem Psychologen in diesem Film machten klar hervor, dass es sehr viele Gespräche mit den Lebenspartnerinnen bedurfte, um dann sich zu ihrer nun veränderten Sexualität bekennen zu können.

In diesem Sinne müsste es eigentlich auch möglich sein, dass Menschen mit Behinderungen sich in einem Bordell oder Swingerclub aufhalten können, um auch ihre Sexualität auszuleben. Das Ausleben von Erotik und Sexualität verbunden mit viel gewünschter Sinnlichkeit und Nähe sollte eigentlich für jeden Menschen ein verbrieftes Menschenrecht sein!

In diesem Sinne erscheint es mir unerlässlich auch gegen Diskriminierung von Menschen mit Behinderung hinsichtlich ihrer sexuellen Wünsche und Orientierung zu arbeiten und dann auch weitere Maßnahmen zu setzen. In diesem Sinne sollten auch sozialverträgliche Preise für Menschen mit Behinderungen selbstverständlich sein.

In diesem Sinne ist es eigentlich sehr diskriminierend, dass Menschen mit Behinderungen dass Menschenrecht auf eine gelebte Sexualität verwehrt wird. Es gehört eigentlich zu Freiheiten eines jeden Menschen, sich frei und offen zu seinen Sexualität mit allen den individuell ausgelebten Facetten zu bekennen wie dies doch auch in Art. 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte definiert wird.

Im Artikel 2 der allgemeinen Erklärung der Menschen, die von der Vollversammlung der UNO am 10.Dezmeber 1948 beschlossen wurde wird im gesamten Artikel 2 ein Diskirimierungsverbot ausgesprochen.

Zitat:
"Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeine Unterscheidung, wie etwa nach Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, nach Eigentum, Geburt oder sonstigen Umständen. Weiter darf keine Unterscheidung gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, ohne Rücksicht darauf, ob es unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder irgendeiner anderen Beschränkung seiner Souveränität unterworfen ist."

Replik auf Erotikforum.at

In diesem Sinne begab ich mich daher auch auf www.erotikforum.at und sondierte mal die Lage dahingehend, wie sich denn die User dieses Forums über das Thema Behinderung und Sexualität auszutauschen würden. Zu diesem Zweck richtete ich im Forum einen Betrag zu diesem Thema ein, in dem ich auch kundtat, dass ich mich seit langem für dieses Thema interessierte und dies als direkt Betroffener.

Es ließen sich die ersten Reaktion in auf diesem von Mir geschalteten Beitrag nicht lange warten. Da schrieb ein User folgendes:

Zitat:
"Der Erwerb von "Liebesdiensten" ist aber besonders für Leute, die wenig verdienen, mit einer nicht unwesentlichen finanziellen Belastung verbunden, und die Forderung nach einer Erleichterung von staatlicher Seite scheint mir nicht unberechtigt (Sex auf Krankenschein) - das Verlangen nach sexuellen Kontakten liegt auch in der Natur von behinderten Mitmenschen. Moralische Bedenken scheinen mir da absolut unangebracht zu sein."

Wie schon Klaus Thuk auf das Problem mir dem Telefonsex und den damit verbundenen Aspekt der Begrenztheit der finanziellen Mittel hiefür bei Menschen mit Behinderung hingewiesen hat. So machte dieser User nun ebenso auf den Leidensdruck aufmerksam, den er selbst als Mensch mit Behinderung erlebt, einfach nur durch den käuflichen Sex verringern kann. In diesem Sinne spricht auch die Forderung nach Sex auf Krankenschein an, wie es in Dänemark propagiert wurde und auch durchgeführt wurde. Ich denke, eine solche Idee sollte auch hier in Österreich Fuß fassen.

Die Sexualassistenz stößt europaweit auf große Probleme, da auch große Vorurteile über den Sinn der Sexualassistenz bestehen. Im Tagesanzeiger vom 31.07.2006 wurde über da das "BerührInnen-Projekt" berichtet, dass vor allem von Aliha Zemp initiiert wurde In diesem Artikel wurde auch darauf hingewiesen, dass die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung auch das Thema "Sexualassistenz" betreffen. Denn was macht es eigentlich für einen Sinn, Gesetze auf nationaler Ebene bzw. EU-Eebene zu beschließen, wenn es nicht Menschen mit Behinderung von Seiten der Gesellschaft gestattet wird, ihre Bedürfnisse auch in dieser Hinsicht zu formulieren.

In diesem Sinne halte ich die Forderung nach behindertengerechten Preise nicht für eine Diskriminierung der Behinderung hinsichtlich der Forderung an sich. Wenn es schon behindertengerechte Tarife zur Benutzung für Bus und Bahn gibt, warum sollte es dies nicht auch für Menschen mit Behinderung geben, die eine Sehnsucht nach Liebe, Sexualität und Partnerschaft haben wollen?

Der Mensch mit Behinderung sollte einfach als mündiger Mensch auch in Sachen Sexualität entscheiden dürfen, ob er in ein Bordell bzw. in einen Swingerclub geht oder doch die Sexualassistenz in Anspruch nimmt.

Schlussfolgerung und Ausblick

In diesem Sinne möchte ich eine Anregung von Petra Schwarz nun weiter verfolgen, die wir in einem unserer ersten Telefonate besprochen hatten. Petra hatte mir erzählt, dass sie auch mit Sexarbeiterinnen (= Prostituierten) sprach, die sehr wohl Umgang mit Menschen in Behinderung haben. In diesem Sinne hatte ich ja vor auch Sexarbeiterinnen hier in Klagenfurt zu suchen, die mit Menschen mit Behinderung in Kontakt stehen.

In diesem Sinne möchte ich nun beim Gesundheitsamt der Stadt einen Aufruf veröffentlichen, in dem wir bitten, dass entsprechende Sexarbeiterinnen sich bei uns melden.

Ich werde auf jeden Fall nun diesen Aufruf entwerfen. Vielleicht könnten wir im Rahmen eines Workshops für Flirtability, diesen Aspekt im Bereich Behinderung und Sexualität gesondert behandeln.
Dieser Text wurde verfasst von Sascha Asseg, der auch den Flirtability-Stammtisch betreibt.
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