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Einführung

Der Rücken kann offensichtlich viel sinnlichen Genuß vermitteln. Beim sexuellen Zusammensein sind die Beweglichkeit des Kreuzes sowie Flexibilität und Gelenkigkeit besonders wichtig. Beim chronischen und verstärkt beim akuten Rückenleiden kann es jedoch bereits bei einfachen Bewegungen zu erheblich Schmerzen kommen. Andererseits gilt auch, daß lockere Bewegungen zu einer Beschwerdelinderung führen können – Sex als vorbeugende Gymnastik bei Rückenproblemen?

Zusätzlich ist die Wirbelsäule ein Ort, wo sich zahlreiche innere und äußere Stör-faktoren als Schmerz manifestieren können. Als Ausdruck der “inneren Situation“ des Menschen ist die Wirbelsäule wie auch die sie umgebende Muskulatur das Projektionsfeld seelisch verankerter, nicht steuerbarer Schmerzäußerung. Dabei spielt ein unerfülltes Sexualleben insbesondere bei Frauen eine bedeutsame Rolle, wobei keinesfalls allein Art, Anzahl und Intensität von Orgasmen, sondern das gesamte Gebiet der Zuwendung und Anerkennung ursächlich verantwortlich sind.

Es steht außer Frage, daß organisch bedingte Rückenschmerzen z.B. durch einen nicht operierten Bandscheibenvorfall oder unmittelbar nach Bandscheiben–Operationen wie auch bei bestehender Instabilität von Wirbelsäulensegmenten die Freude an sexueller Vereinigung stören und damit einen Kreislauf in Gang setzen können, der letztendlich zu psychogen überlagerten Rückenschmerzen führen kann.

Ambler fand in einer aktuellen Veröffentlichung nach einer Befragung von chronischen Schmerzpatienten 73% mit Probleme mit der sexuellen Aktivität. Als Gründe wurden Schwierigkeiten mit der Lage, dem Aufstehen, mit Schmerz-azerbationen, geringem Vertrauen, Durchführungsschwierigkeiten und Partnerprobleme angegeben. All dies führte zu einer geringeren Frequenz. Unterschiede zwischen Männern und Frauen gab es fast nicht. Weiterhin bestand keine Korrelation des Sexuallebens mit der Stimmung oder dem Ausmaß der Behinderung. Eine Rückenschule wäre unvollständig, wenn auch auf diese vielen eminent wichtigen Probleme bei Bedarf nicht eingegangen würde, zumal wir wissen, daß mehr als 70 % aller Menschen zeitweilig oder ständig unter Rückenschmerzen leiden.

Nach Büttner („Peterstaler Rückenschule“) steht an erster Stelle das vertrauensvolle Gespräch mit dem Partner, der über bereits bestehende oder beim Verkehr auftretende Rückenschmerzen Bescheid wissen muß, um eine auftretende Lustlosigkeit nicht falsch zu deuten.

Gemeinsam sollten die Partner nach Möglichkeiten suchen, wie beide zu ihrer Befriedigung kommen und wobei der Partner keine oder wenige Schmerzen verspürt. Dabei sollte man sich auch nicht scheuen, manuelle oder orale Methoden der Befriedigung anzuwenden und Sexualpraktiken auszuprobieren, die vielleicht bisher tabu waren – es gibt keine sexuellen Tabus !

Nach Lowen ist zum Ausleben sexueller Wünsche und Bedürfnisse eine aggressive Energie notwendig. Aggressiv heißt hier aber nicht sadistisch, roh oder besitzergreifend, sondern ist im Sinne des lateinischen Verbes “aggredere“ abgeleitet, was soviel wie “vorrücken“ oder “angreifen“ heißt. Aggression entsteht nach Lowen durch den Fluß von Erregung in das Muskelsystem, besonders in die großen Muskeln des Rückens, der Beine und der Arme. Wenn dieser Energiefluß blockiert wird, kommt es u.a. zur Verspannung der Rückenmuskulatur. Aggression ist nicht zuletzt die Fähigkeit nach dem zu streben, was man sich wünscht. Es ist das Gegenteil von Passivität. Die Aggression stellt nicht nur für den Mann, sondern auch für die Frau einen notwendigen Bestandteil des sexuellen Akts dar. Wenn die Aggression fehlt, wird der Sex auf unbestimmte Sinnlichkeit, auf erotische Stimulation ohne Höhepunkte und Orgas-mus reduziert.

Das verspannt ruhig gehaltene Becken ist jedoch der Hüter der aggressiven und sexuellen Gefühle, vor denen der Patient sich fürchtet. So ist es notwendig, die unterdrückten Gefühle langsam zu wecken und die dabei auftretenden Ängste durchzuarbeiten. Auch im Tai – Chi (chinesisches Schattenboxen) wird die Gegend im Bereich des fünften Lendenwirbelkörpers als die “himmlische Pforte“ bezeichnet, die es durch bestimmte Übungen zu öffnen gilt. Durch das allmähliche Öffnen dieser Pforte kann die Energie im Rücken wieder frei fließen. Auf diesem Wege haben viele Rückenpatienten ihre Schmerzen verloren ...

Auch im Alter besteht das Bedürfnis, eine befriedigende Sexualität zu erleben, selbst wenn es mit dem Beischlaf nicht mehr so klappen sollte, wie in jungen Jahren. Einschränkend wirken hier z.B. die reduzierte Beweglichkeit der Wirbelsäule, Spreiz-fähigkeit der Hüftgelenke oder auch osteoporosebedingte Wirbelkörperfrakturen der Frau. Der STARR-WEINER-Report von 1982 an über 1.000 Probanden über 60 Jahren zeigte, daß ältere Menschen an Sex nicht nur prinzipiell interessiert sind, sondern häufig auch daran denken und sich danach sehnen.

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